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DaimlerChrysler: Chrysler vor der Schrottpresse?

Vorstandschef Dieter Zetsche wird mit den Bilanzzahlen auch einen Sanierungsplan für die US-Tochtergesellschaft vorstellen. Fest steht bereits die Steichung von 13.000 Stellen, im Gespräch sind auch Werksschließungen - und ein vollständiger Verkauf.

Der DaimlerChrysler-Konzern wird seine amerikanische Tochtergesellschaft auf den Prüfstand stellen. Nach Medieninformationen sollen alle Optionen geprüft werden. Dazu zählt auch die Herauslösung aus dem Konzern und der vollständige oder teilweise Verkauf, berichtet das "Handelsblatt". Einen entsprechenden Plan will der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche auf der DaimlerChrysler-Bilanzpressekonferenz am Chrysler-Standort Auburn Hills verkünden, sofern der Aufsichtsrat zuvor zustimmt.

Zetsche werde zudem den Sanierungsplan für Chrysler vorstellen, der nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) Fabrikschließungen und den Abbau von 8000 bis 10.000 Stellen vorsieht.

13.000 Jobs fallen weg

Fest steht offenbar schon, dass DaimlerChrysler bei seiner angeschlagenen US-Tochter 13.000 Stellen streichen wird. Außerdem soll ein Chrysler-Werk geschlossen werden, teilte der Autokonzern am Mittwoch am Chrysler-Sitz in Auburn Hills bei Detroit mit. Ab 2008 soll der drittgrößte Autobauer, der 2006 rund eine Milliarde Euro Verlust machte, wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Restrukturierungskosten würden bis zu einer Milliarde Euro betragen.

Nach einer Aufsichtsratssitzung erklärte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche, um das Sanierungsprogramm zu "unterstützen und zu beschleunigen", prüfe man weitere strategische Optionen, wobei man keine Option ausschließe. "Unser Ziel ist, die bestmögliche Lösung für die Chrysler Group wie auch für DaimlerChrysler zu finden."

Hochzeit im Himmel, Scheidung auf Erden

Zetsche habe den gesamten Konzern strategisch durchleuchtet und werde für jeden Bereich klare Margenvorgaben machen. So solle eine Investmentbank Optionen für DaimlerChrysler prüfen, die von einer Beibehaltung des Status-quo, über eine Chrysler-Abspaltung, bis hin zum Verkauf der amerikanischen Automarke reichen können. Dem Szenario, dass DaimlerChrysler in seiner jetzigen Struktur bestehen bleibt, misst ein dem Unternehmen nahe stehender Manager dabei allerdings die geringste Wahrscheinlichkeit zu: "Der Hochzeit im Himmel wird eine Scheidung auf Erden folgen", zitiert ihn die FAZ.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters