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Deutliches Umsatzplus Volkswagen fährt Milliardengewinn ein


"Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg. Der Umsatz stieg um 20,7 Prozent auf 61,8 Milliarden Euro.

Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr 2010 mit einem fast vervierfachten Nettogewinn die eigenen Erwartungen noch überboten. Der Umsatz kletterte um rund 21 Prozent auf 61,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg auf 1,82 Milliarden Euro. "Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. VW habe seine Stellung auf den Weltmärkten weiter stärken können. Die VW-Aktie legte kräftig zu.

In der Tat stieg der weltweite Marktanteil von VW auf 11,7 Prozent (vorher 11,6). Vor allem der gigantische Verkaufserfolg in China mit 951.000 Autos (plus 56 Prozent) und in den USA (plus 29 Prozent) schob die Geschäfte an, wie der größte Autobauer Europas am Donnerstag in Wolfsburg in seiner Zwischenbilanz mitteilte. Im VW-Kernmarkt Westeuropa dagegen entwickelte sich das Wachstum mit 4,7 Prozent schwächer. Insgesamt hat der Wolfsburger Konzern seinen weltweiten Absatz bis Juni um 16 Prozent auf 3,57 Millionen Fahrzeuge gesteigert und damit einen neuen Rekordwert erzielt.

Seat und Bentley verbrennen weiter Geld

Die Konzernmarken entwickelten sich alle gut, lieferten aber immer noch nicht alle Gewinn ab: Die Marke VW fuhr etwa eine Milliarde Euro operativen Gewinn ein, fünfmal mehr als vor einem Jahr. Luxustochter Audi wuchs um 62 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, Skoda wuchs etwa 100 Millionen Euro auf rund 230 Millionen Euro Gewinn.

Weiter schwach ist die Problemmarke Seat mit unveränderten Verlusten von 157 Millionen Euro. Die britische Luxustochter Bentley lag ebenfalls weiter mit über 100 Millionen Euro in den roten Zahlen. Die Lieferwagen-Tochter brachte nur ein schwaches Ergebnis von 120 Millionen Euro. Dagegen lieferte die LKW-Tochter Scania 577 Millionen Euro ab.

Trotz der kräftigen Konzern-Gewinnentwicklung blieb VW traditionell vorsichtig bei der Prognose. Winterkorn hatte erst Mitte Juni seine Gewinnprognose angehoben, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Damals hatte der VW-Vorstand erklärt, im Jahr 2010 dürften Absatz und Gewinn des Vorjahres "deutlich übertroffen werden". Das wurde jetzt bekräftigt.

Vorher hatte VW lediglich erklärt, Umsatz und operatives Ergebnis würden 2010 "über den Werten des Vorjahres" erwartet. Im abwrackprämie-gemilderten Krisenjahr 2009 lag der Absatz des VW-Konzerns bei 6,3 Millionen Fahrzeugen. Der operative Gewinn lag bei 1,9 Milliarden Euro.

Konzernchef Winterkorn geht von einem Absatzrekord für das Gesamtjahr aus. Allerdings würden Umsatz und Gewinn im zweiten Halbjahr nicht mehr so kräftig steigen wie in den ersten sechs Monaten, erklärte der Konzern jetzt.

VW bereitet sich offenbar schon auf die für 2011 geplante Fusion mit Porsche vor, die den Konzern noch viel Geld kosten wird. So wurden die Sachinvestitionen um 24 Prozent auf nur noch 1,9 Milliarden Euro zurückgefahren. Gleichzeitig stieg die Liquidität auch durch die Kapitalerhöhung auf 17,5 Milliarden Euro.

APN/DPA DPA

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