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Deutsche Post: Angeblich drastisches Sparprogramm geplant

Die Deutsche Post plant nach Medienberichten ein drastisches Sparprogram, vor allem beim verlustreichen Geschäft in den USA. Post-Chef Frank Appel soll deshalb Montag einen "massiven Stellenabbau" bekanntgeben.

Die Deutsche Post will einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge ihre Expansionspläne in den USA kräftig zusammenstreichen. Die Mutter des Paketdienstes DHL werde die Entscheidung wahrscheinlich am Montag bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen in Bonn bekanntgeben, berichtete das Blatt am Samstagabend auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Personen. Ein DHL-Sprecher nahm dazu nicht Stellung. Das Unternehmen werde sich unmittelbar vor der Bilanzvorlage nicht öffentlich äußern, sagte er.

Harte Konkurrenz von FedEx und UPS

Hintergrund der Postentscheidung ist der Zeitung zufolge die Dominanz der US-Paketdienste FedEx und United Parcel Service auf dem amerikanischen Markt. DHL werde aber nicht vollständig aus den USA verschwinden, hieß es unter Verweis auf die eingeweihten Personen weiter. Der Dienst werde sein Frachtgeschäft und internationale Lieferungen fortführen sowie Niederlassungen in den Großstädten und Ballungsgebieten behalten. Sendungen für abgelegenere Gegenden sollten in Zukunft aber von der US-Post ausgeliefert werden. Der inner-amerikanische Zustelldienst werde aufgegeben.

Die Deutsche Post fährt im Expressgeschäft in Nordamerika seit Jahren rote Zahlen ein. Ende Oktober kündigte sie an, die Sanierung des Bereichs zu beschleunigen. Dabei schloss sie auch tiefere Einschnitte nicht aus. Unter anderem plant sie bei der Luftfracht eine Zusammenarbeit mit UPS. Davon wären 8000 Stellen allein am DHL-Luftfrachtdrehkreuz in Wilmington im Bundesstaat Ohio gefährdet. Die Pläne waren deshalb auch Thema im US-Wahlkampf.

"Schwarzer Montag" erwartet

Es werde ein "Schwarzer Montag" für die Deutsche Post, schrieb auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung": Demnach werde Post-Chef Frank Appel einen "massiven Stellenabbau" bekannt geben. In dem verlustreichen Bereich seien insgesamt 40.000 Arbeitsplätze akut bedroht, je zur Hälfte bei der Post und noch einmal so viele bei ihren amerikanischen Partnern. Appel wolle sich aus allen Engagements zurückziehen, deren Risiken er nicht mehr für überschaubar und deren Kosten er für nicht mehr beherrschbar halte.

AP/Reuters / AP / Reuters