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Marketing-Gag: Weil die Nutzer es so wollten: Dr. Oetker löscht seine Facebook-Seite

Facebook steht wieder einmal in der Kritik in der Datenschützer. Darauf reagiert Dr. Oetker und löscht seinen Account beim größten sozialen Netzwerk. Allerdings nicht ganz freiwillig – und fraglich bleibt auch, wie lange.

Dass Facebook in Sachen Datenschutz einen eher zweifelhaften Ruf genießt, ist nicht neu. Die meisten Nutzer hat das jedoch bislang nicht davon abgehalten, dem sozialen Netzwerk die Treue zu halten. Aktuell aber müssen Gründer Mark Zuckerberg und sein Netzriese wieder harte Kritik aushalten: Nachdem bekannt geworden war, dass die britische Firma Cambridge Analytica die privaten Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern angezapft hatte, wächst der Druck. So rief unter anderem der Whatsapp-Gründer Brian Acton dazu auf, den eigenen Facebook-Account zu löschen. Das von ihm initiierte Hashtag #deletefacebook verbreitet sich seitdem schlagartig auf Twitter.

Da kommen auch große deutsche Unternehmen ins Grübeln – oder nutzen die Bewegung, um einen kleinen Marketing-Coup zu landen. Das Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker, auf sämtlichen Social-Media-Kanälen sehr aktiv, ließ seine Follower auf Twitter darüber abstimmen, ob die offizielle Facebook-Seite der Pizzasparte des Familienkonzerns gelöscht werden sollte.

Dr. Oetker verlässt nach tausend Retweets Facebook

Die tausend Retweets waren erwartungsgemäß schnell erreicht. Dann wollten die Follower natürlich auch den Knall. Und tatsächlich löschte das Social-Media-Team nur sechs Stunden später die Seite. Die Präsenz von Dr. Oetker Pizza auf Facebook ist nun nicht mehr erreichbar.

War es das nun mit Dr. Oetker und Facebook? Nicht unbedingt. Denn so einfach lässt Facebook seine User nicht gehen. Die Löschung eines Accounts bedeutet nämlich nicht, dass dieser komplett verschwindet. Innerhalb von 14 Tagen kann die Seite immer noch wiederhergestellt werden. Und dass Dr. Oetker seine über Jahre aufgebaute Facebook-Community und die Marketing-Möglichkeiten, die das immer noch größte soziale Netzwerk bietet, einfach in den Wind schießt, bezweifelt nicht nur diese Twitter-Userin.

Nur ein weiterer Marketing-Coup?

So könnte die Aktion nur ein weiterer Marketing-Gag sein, um im Social Web im Gespräch zu bleiben. Die restlichen Seiten von Dr. Oetker bestehen nämlich noch. Bereits zuvor hatte der Konzern aus Bielefeld die Netzwerke aufgemischt: Vor ziemlich genau einem Jahr, als Dr. Oetker seine neue Schoko-Pizza ankündigte. Und im Januar 2018, als die schlagfertige Antwort des Social-Media-Teams auf einen beleidigenden Tweet viral gegangen war. Die Diskussion um Facebook hat Dr. Oetker mit seiner Aktion allerdings zusätzlich befeuert.

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