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Nach Daten-Skandal Whatsapp-Gründer ruft auf: Löscht endlich Facebook

Brian Acton Whatsapp Facebook
Brian Acton gründete einst Whatsapp - jetzt geht er auf Facebook los
© Bloomberg / Getty Images
Der Daten-Skandal wird für Facebook zu einem Riesenproblem. Immer mehr Nutzer löschen ihre Accounts. Jetzt ruft sogar der Whatsapp-Gründer dazu auf.

Mark Zuckerberg dürfte schon schönere Tage erlebt haben. Nach den Enthüllungen um missbrauchte Facebook-Daten (hier erfahren Sie mehr) steht der Konzern seit Tagen in einem immer lauter werdenden Sturm der Kritik. Die Folge: Eine ständig wachsende Anzahl von Nutzern wollen ihre Facebook-Accounts löschen. Nun hat die Bewegung einen prominenten Unterstützer: Ausgerechnet der Whatsapp-Gründer ruft ebenfalls zur Löschung auf.

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"Es ist Zeit. Löscht Facebook", schreibt Brian Acton knapp auf seinem Twitter-Account. Dabei verwendet er das Hashtag der jungen Bewegung #deletefacebook. Der Schritt ist insofern drastisch, weil Facebook Acton zum Milliardär machte. Er hatte 2009 gemeinsam mit dem deutlich bekannteren Jan Koum Whatsapp entwickelt. 2014 wurde das junge Unternehmen für unglaubliche 19 Milliarden Dollar an Facebook verkauft. Acton soll damals 20 Prozent der Firma besessen haben, dürfte also knapp 5 Milliarden Dollar für den Verkauf bekommen haben. 

Verschlüsselung statt Datensammelei

Tatsächlich arbeitete er nach der Übernahme weiter an Whatsapp. Auch unter Facebooks Führung kümmerte er sich fortwährend um die technische Umsetzung des Messengers, bis er das Unternehmen Ende letzten Jahres verließ.

Ganz überraschend ist sein Löschaufruf aber trotzdem nicht. Während Facebook als Datensammel-Konzern Erfolg hatte, scheint Acton die Nutzer eher schützen zu wollen. So soll er es gewesen sein, der im Hintergrund leidenschaftlich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp vorantrieb, die dann 2016 eingeführt wurde. Auch Facebook soll seitdem die Nachrichten nicht mehr mitlesen können.

Ob sein Verlassen des Konzerns ebenfalls mit Datenschutz-Bedenken zu tun hat? Darüber kann man nur spekulieren. Es spricht aber einiges dafür. Seine nach dem Weggang gegründete gemeinnützige Organisation widmet sich dem Datenschutz, steckte etwa 50 Millionen Dollar in den offenen Verschlüsselungs-Messenger Signal. Erst vor wenigen Wochen wurde zu diesem Zweck die Signal Foundation gegründet. Vielleicht ist sein Aufruf also auch als Werbung für den Whatsapp-Konkurrenten zu verstehen. Oder Acton will einfach seinem alten Arbeitgeber eins auswischen.


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