HOME

EADS-Skandal: Es wird ernst für Forgeard

Ist er zwar vorerst wieder auf freiem Fuß, aber das Verfahren gegen Noel Forgeard, den ehemaligen Co-Chef des EADS-Konzerns, gewinnt an Fahrt. Die französische Justiz hat ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein Vorwurf wurde allerdings fallengelassen.

Die französische Justiz hat gegen den ehemaligen EADS-Co-Chef Noel Forgeard ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Insiderhandels eingeleitet. Das teilte sein Anwalt mit. Nach rund 36 Stunden in Polizeigewahrsam und einer Anhörung vor einem Untersuchungsrichter sei Forgeard inzwischen aber gegen Kaution freigelassen worden, sagte Anwalt Jean-Alain Michel in der Nacht zum Freitag. Der zweite Vorwurf - Täuschung der Finanzmärkte - sei fallengelassen worden.

Die Einleitung eines förmlichen Ermittlungsverfahrens bedeutet in Frankreich noch keine Anklage und muss daher auch nicht zwingend zu einem Prozess führen.

Die Insider-Ermittlungen rund um den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern wurden aufgenommen, nachdem die Verzögerungen beim Superjumbo A380 im Juni 2006 zu einem Absturz des EADS-Aktienkurses geführt hatten. Der 61-jährige Forgeard und eine Reihe von anderen heutigen und ehemaligen Managern des Konzerns hatten im März 2006 von ihrem Recht zum Verkauf von Aktienoptionen Gebrauch gemacht. Ein Fehlverhalten weisen sie zurück.