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Einkommen und Job Wer muss knapsen? Beim Geld kommen Deutsche besser durch die Krise als die Briten

Familie im Haus
Die Krise trifft Haushalte ganz unterschiedlich
© miljko / Getty Images
Bei der Impfkampagne liegt Großbritannien vorne. Doch die ökonomischen und sozialen Verwerfungen sind laut einer Studie auf der Insel deutlich größer als in Deutschland oder Frankreich – und werden die Briten auch länger beschäftigen.

Wer dieser Tage voller Impfneid nach Großbritannien schaut, weil die dortige Impfkampagne der deutschen ein paar Wochen voraus ist, sollte sich zwei Dinge vergegenwärtigen. Zum einen hat die pandemiebedingte Gesundheitskrise die Briten viel härter getroffen – es haben sich bis heute mehr Menschen infiziert und es gibt mehr Tote als in Deutschland. Zum anderen ist auch die wirtschaftliche Krise auf der Insel ausgeprägter, wie eine aktuelle Studie verdeutlicht.

Es gibt demnach mehr soziale Verwerfungen und es leiden deutlich mehr Haushalte unter den finanziellen Auswirkungen als bei uns. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der britischen Denkfabrik Resolution Foundation, die die ökonomische Situation von Haushalten in Großbritannien, Deutschland und Frankreich verglichen hat.

Jeder dritte britische Haushalt (33 Prozent) sah sich demnach in der Coronakrise gezwungen, seine Ausgaben einzuschränken. In Deutschland musste das dagegen nur etwa jeder fünfte Haushalt (21 Prozent) und in Frankreich 23 Prozent. Das passt zu Zahlen des Münchener ifo-Institut, laut denen viele deutsche Verbraucher ihre Ersparnisse im vergangenen Jahr sogar deutlich steigern konnten (mehr dazu lesen Sie hier). 

Unterschiedliche soziale Sicherungen

Dass die Deutschen an der Krise weniger zu knapsen haben als die Briten, liegt zum einen daran, dass hierzulande weniger Menschen ihren Job verloren. Es liegt aber auch daran, dass die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland – wie auch in Frankreich – finanzielle Einbußen wesentlich besser abfedern, wie die Resolution Foundation klar macht.

Denn betrachtet man nur die Haushalte, in denen mindestens eine Person ihre Arbeit verloren hat, so sind die finanziellen Folgen auf der Insel deutlich härter. In Großbritannien mussten 41 Prozent dieser Haushalte einen Einkommensverlust von mindestens einem Viertel verkraften, in Deutschland mussten dies nur 28 Prozent, in Frankreich sogar nur 20 Prozent.

Als Konsequenz hatten in Großbritannien auch mehr dieser Haushalte Probleme, ihre Wohnkosten und sonstigen Lebenshaltungskosten zu stemmen als in den beiden kontinentaleuropäischen Ländern. Wer von einem Einkommensrückgang betroffen sei, habe zudem in Großbritannien ein doppelt so hohes Risiko, sich stärker verschulden zu müssen als in Deutschland und Frankreich, heißt es in der Studie. 

Steuererklärung 2021: Arbeitnehmer können wegen der Coronakrise viele Dinge absetzen (Symbolbild)

Diskriminierung bestimmter Schichten

Das Ende der Covid-19-Krise erscheine wegen der Impfgeschwindigkeit in Großbritannien zwar näher als im Rest Europas. Doch die Pandemie lasse die britischen Haushalte geschwächter zurück als die der Vergleichsländer. Die finanziellen Auswirkungen für betroffene Haushalte könnten länger andauern als die Pandemie selbst, notieren die Autoren. Es sei daher "von entscheidender Bedeutung, dass die finanzielle Position der Haushalte gestärkt wird, wenn wir endlich aus der Covid-19-Krise herauskommen, sodass sie weniger anfällig für die nächste ökonomische Krise sind", sagt Maja Gustafsson, Ökonomin bei der Resolution Foundation.

Wie ungleich die Krise verschiedene Bevölkerungsschichten trifft, hatte der britische Thinktank erst kürzlich in einer anderen Studie gezeigt. Besonders stark von steigender Arbeitslosigkeit betroffen waren demnach im vergangenen Jahr junge Briten im Alter von 18 bis 24 Jahren. Sie arbeiten besonders häufig in der Gastronomie und anderen vom Shutdown betroffenen Bereichen. Zur Altersfrage kommt zudem eine frappierende Diskriminierung von People of Color. Bei jungen Schwarzen stieg die Jugendarbeitslosigkeit von 25 auf 35 Prozent, bei den weißen Altersgenossen dagegen nur von 10 auf 13 Prozent.

Quellen: Resolution Foundation Studie Haushaltsfinanzen / Studie Jugendarbeitslosigkeit


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