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Energie Eon und RWE treten Preiskampf los


Die beiden Energiekonzerne Eon und RWE haben zum Angriff auf die lokalen Versorger geblasen. Mit neuen Tarifen wollen sie deren Angebote dauerhaft unterbieten - nicht nur zu Freude der Endkunden.

"E wie Einfach Strom & Gas GmbH" heißt die am Donnerstag gestartete Tochter des Energiekonzerns Eon, deren Tarif nach eigenen Angaben jeweils einen Cent pro Kilowattstunde (kWh) unter dem Allgemeinen Preistarif des jeweiligen örtlichen Grundversorgers liegt. Beim Gas werde der Tarif grundsätzlich um zwei Cent pro Kubikmeter unterboten, hieß es.

Damit war Eon einen Tick schneller als sein Konkurrent RWE. Der hatte am Dienstag erklärt, er habe ebenfalls das Ziel, Gas und Strom bundesweit anzubieten – und zwar über die jüngst zugekaufte Gesellschaft Eprimo.

Wettbewerbshüter hatten immer wieder mehr Konkurrenz - vor allem auf dem Gasmarkt - angemahnt, wo erst in wenigen Regionen ein Anbieterwechsel möglich ist. Wirtschaftsminister Michael Glos begrüßte die Offensive der beiden Schwergewichte. Ob die Eon-Ankündigung die überfällige Initialzündung für echten Wettbewerb beim Gas sei, bleibe aber abzuwarten, so der Minister.

Mit seiner neuen Billig-Tochter nimmt Eon in Kauf, Kunden seiner angestammten Vertriebstöchter wie Eon Bayern oder Eon Hanse zu verlieren. „Natürlich kann es sein, dass ein Kunde von Eon Bayern zu ’E wie Einfach’ wechselt. Aber das ist mir doch lieber, als wenn er zu einem anderen Wettbewerber wechselt“, sagte Karl-Michael Fuhr, Vorstand von Eon -Energie. E wie Einfach habe drei Jahre Zeit, um rentabel zu werden.

Je nach örtlicher Situation werde das Angebot um fünf bis sechs Prozent unter den bisherigen Standardtarifen liegen, sagte die Geschäftsführerin von „E wie Einfach“, Marie-Luise Wolff. Für die Preise gebe es eine Obergrenze, die bei Strom zwei Jahre lang gelte und bei Gas ein Jahr. Sollten die lokalen Anbieter ihre Preise senken, werde auch der Eon -Tarif entsprechend gesenkt. Das Angebot richte sich an Haushaltskunden und mittelgroße Unternehmen mit einem Strom- und Gasverbrauch bis zu 100.000 Kilowattstunden pro Jahr. Bei Gas entsprechen 100.000 Kilowattstunden etwa einem Volumen von 10.000 Kubikmetern.


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