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Europa-Chef Reilly: "GM muss keine Opel-Werke schließen"

Stellen abbauen: ja, Werke schließen: nicht unbedingt. Der neue GM-Europa-Chef Nick Reilly hat mit einem Interview die Hoffnung geschürt, dass alle europäischen Opel-Standorte erhalten bleiben.

Bei der Sanierung des Autobauers Opel will der US-Mutterkonzern General Motors (GM) möglicherweise doch alle europäischen Werke erhalten. "Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist einen Teil der Kapazität abzubauen", sagte der neue GM-Europachef Nick Reilly der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Noch im Juni hatte GM die Schließung der Fabriken in Antwerpen, Bochum und Eisenach geprüft. Gegen diese Pläne lief der Opel-Betriebsrat Sturm. Der GM-Europa-Chef sagte jetzt der Zeitung, in den laufenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften und Regierungen in Deutschland, Spanien und England wolle er in wenigen Wochen die Details der Restrukturierung klären. "Dann müssen wir den Sanierungsplan bis spätestens Mitte Dezember vollenden und veröffentlichen."

9000 bis 10.000 Stellen weg

Den binnen eines Jahres notwendigen Stellenabbau bezifferte er auf 9000 bis 10.000 der insgesamt 46.000 Arbeitsplätze in Europa. Um die geplante Sanierung Opels in eigener Regie umzusetzen, hofft GM aber auf Staatskredite über 3,3 Milliarden Euro und muss offenbar deshalb Rücksicht nehmen.

Reilly betonte, dass es bisher keine Absage des Bundes für Staatshilfe gebe: "Der Bund ist sehr interessiert daran, dass Opel eine Zukunft hat." Er wies den Vorwurf zurück, die Staatshilfe der einzelnen Regierungen könnte den Inhalt des Sanierungsplan zugunsten der Meistbietenden beeinflussen: "Das trifft nicht zu." Reilly reist am Montag zu einem Treffen der EU-Wirtschaftsminister nach Brüssel. Dort wolle er den einzelnen Regierungen darlegen, wie der Plan "in den Grundzügen aussehen könnte".

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters