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Börse auf Talfahrt Chinas Regierung geht verschärft gegen Spekulanten vor

Nachdem Chinas Behörden Ermittlungen gegen zwei große Broker-Firmen eingeleitet haben, wurden viele Anleger verschreckt und die Aktienmärkte des Landes gingen auf Talfahrt. 

Mit neuen Schritten im Kampf gegen ausufernde Börsenspekulationen haben die chinesischen Finanzaufseher die Anleger verschreckt. Der Shanghaier Leitindex brach am Freitag um 5,5 Prozent ein und erlitt den größten Tagesverlust seit dem Crash im Sommer.

Die Börsenaufsicht CSRC kündigte ein verschärftes Vorgehen gegen die illegale Finanzierung von Börsengeschäften auf Pump an. Diese gelten als eine Ursache für den Kurssturz, der ab Mitte Juni zu Verunsicherung an den Märkten weltweit geführt hatte. Hintergrund ist, dass Anleger mit relativ geringem Einsatz ein vergleichsweise großes Rad drehen können und so riskanten Spekulationen und Kursausschlägen den Weg ebnen.

Brokerhäuser im Visier der Behörden

Die CSRC kündigte nun an, mit bestimmten Derivate-Geschäften zur Finanzierung von Aktien-Deals aufzuräumen. Insidern zufolge drängen die Behörden Brokerhäuser dazu, auf diese Transaktionen zu verzichten. Damit soll die Spekulation auf Pump eingedämmt und einer Blasenbildung an dem von Kleinanlegern dominierten Markt in China vorgebeugt werden. Vor diesem Hintergrund dürften auch die zuletzt verstärkten Ermittlungen gegen Wertpapierhändler zu sehen sein. Nach Branchenprimus Citic Securities und Konkurrent Guosen geriet nun auch der Rivale Haitong ins Visier der Behörden, wie der Broker bestätigte.

 Details über die Untersuchungen kamen zwar bislang nicht ans Licht. Aber Experten zufolge wollen sich die Aufseher wohl ein Bild über den Umfang der kreditfinanzierten Geschäfte machen. Diese waren nach dem Crash im Sommer von den Behörden eingedämmt worden, hatten zuletzt aber wieder zugenommen. Den meisten Analysten zufolge sind sie aber noch nicht wieder auf einem gefährlichen Niveau.

Geringe Konjunktur und ein schwacher Yuan

Auf die Börsenkurse drückten aber auch enttäuschende Konjunkturdaten und die überraschende Abwertung der heimischen Währung. Wegen der schwächelnden Konjunktur gingen die Gewinne der chinesischen Firmen im Oktober um 4,6 Prozent zurück. Das ist der fünfte Rückgang in Folge. Unabhängig davon hob die chinesische Zentralbank den Referenzkurs des Dollar auf 6,3915 Yuan an. Experten hatten mit einer Senkung gerechnet. Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar. Ihr Kurs darf den von der Notenbank festgesetzten Kurs nur um einen bestimmten Wert über- oder unterschreiten.

hev Reuters

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