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Finanzkrise: "Das Wasser kommt von hinten"

Jede Krise ist anders, sagt Bundesbankpräsident Axel Weber und muss eingestehen, dass der Schutzwall Regulierung diesmal nicht gehalten hat. Und die Landesbanken nimmt er sogar in Schutz: Wenn die Gewinne der Allgemeinheit zugute kämen, müsse das auch für die Verluste gelten.

Von Rudolf Stumberger

Der Vortrag fand zwar nicht im ehrwürdigen Ludwig-Erhard-Saal, sondern in der Kantine statt, dafür war dort die Decke so niedrig wie die Arbeitslosigkeit in den 1960er Jahren. Rund 300 Zuhörer waren in das Münchner Ifo-Institut gekommen, um Axel Weber, Präsident der Deutschen Bundesbank zum Thema "Finanzmärkte und Wirtschaftsausblick" zu hören. Dass die Atmosphäre allgemein warm blieb, hatte nicht nur mit den räumlichen Gegebenheiten, sondern auch mit Inhalten zu tun. Denn dass Redetext-Formulierungen wie "verkrustete Arbeitslosenquoten", "Flexibilisierung am Arbeitsmarkt" und "Lohnzurückhaltung" am Ifo-Institut wie süßer Honig goutiert würde, war klar. Freilich, der erste Banker Deutschlands lehnte sich nur mäßig an seinen Redetext an und überraschte in Freier Rede mit fundamentalistischen Sätzen.

Zum Beispiel mit der Aussage, dass kein Mensch und auch keine Wissenschaft die nächste Krise auch nur ein bisschen vorhersehen können. Dies sei ein Fehlglaube, jede Krise sei anders: "Wir bauen einen Damm, stellen uns davor und dann kommt das Wasser von hinten". Aussagen, die nicht unbedingt die Wirtschaftswissenschaften notwendiger machen. Aber selbstverständlich stand die Krise an den Finanzmärkten, ausgelöst durch die faulen Hypotheken in den USA, im Mittelpunkt der Ausführungen des Bundesbankpräsidenten. Der schob auch gleich wie schon zuvor die Chefs der durch die Krise und ihre Risikobereitschaft angeschlagenen Landesbanken wie die Bayern LB die Verantwortung für die versenkten Milliarden von sich.

Hoffnung für die Zukunft

Die Bundesbank habe keine Möglichkeit auf das Geschäftsgebaren dieser Banken, wenn diese sich im Rahmen der Regulatorien bewege, Einfluss zu nehmen. Und im übrigen, wenn die Gewinne der Landesbanken der Allgemeinheit zugute kämen, müsse das auch für die Verluste gelten. Man habe diverse Schritte wie eine Stärkung der Aufsicht über das Risikomanagement der Banken und die Überprüfung der Rolle von Rankingurteilen unternommen.

Für die Zukunft sieht Weber einen Hoffnungsschimmer bei der US-Wirtschaft gegen Ende der zweiten Jahreshälfte. Deutschland, so der Banker, kann sich zwar von der globalen Finanzkrise nicht abkoppeln, doch die Auswirkungen auf die Wirtschaft der Bundesrepublik werde weniger stark und zeitversetzt ausfallen.

Diese deutsche Wirtschaft ist laut Weber immer noch von einer positiven Grundstimmung gekennzeichnet, auch wenn "sich am Rande etwas eintrübt". Die Restrukturierung im Unternehmenssektor habe die Bilanzen gestärkt und entgegen landläufiger Meinung stelle der starke Euro und die Abkühlung der Weltwirtschaft bisher keine Belastung für die Exportindustrie dar. Denn mehr als 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in den Euro-Raum und sogar 80 Prozent der Exporte werden in Euro abgerechnet. Weiter gehe ein bedeutender Teil der Güter in rasch wachsende Volkswirtschaften in Asien und die neuen EU-Mitgliedstaaten.

Die Bundesbank bleibt angesichts der angestiegenen Inflationsrate von 3,6 Prozent im Euro-Währungsgebiet weiter bei ihrem strikten Stabilitätskurs. Geldpolitischen Maßnahmen als Gegensteuerung erteilte der Bundesbankpräsident als "Strohfeuer" eine Absage, im "Mittelpunkt steht die Preisstabilität". Wie üblich warnte der Banker vor zu großen Lohnsprüngen: "Die letzten Lohnrunden im Euroraum hat das Inflationsrisiko erhöht." Letztendlich aber sei die gegenwärtige Inflationsentwicklung, so Weber hoffnungsvoll, eine "vorrübergehende Episode". Er rechne mit einer Inflationsrate gegen Ende des Jahres zwischen zwei und drei Prozent.

Der Vortrag des Bundesbankpräsidenten fand übrigens statt im Rahmen der sogenannten "Münchner Seminare". Diese Initiative wird finanziert von der BMW-Niederlassung München und getragen von einer überregionalen Münchner Tageszeitung und der "CESifo Group". Diese GmbH (mit vollem Namen: Münchener Gesellschaft zur Förderung der Wirtschaftswissenschaften) ist ein Kind der volkswirtschaftlichen Fakultät an Ludwig-Maximilians-Universität München und des "ifo Instituts für Wirtschaftsforschung". Dessen Vorsitzender ist Universitätsprofessor Hans-Werner Sinn, bekannt auch als Buchautor über den wirtschaftlichen Niedergang der Bundesrepublik ("Ist Deutschland noch zu retten?").

Wenn Sinn für einen Niedriglohnsektor in der Bundesrepublik plädiert wie seit 2003, dann ist das nicht nur akademisch, sondern Vorlage für Politik und Wirtschaft: Mittlerweile müssen in Deutschland laut jüngsten Bericht des wissenschaftlichen Instituts Arbeit und Qualifikation 22 Prozent der Beschäftigten für wenig Geld arbeiten - damit liegt die Rate nur noch knapp unter den amerikanischen Niveau. Bei aller Erhellung der globalen Welt der Finanzen blieb zumindest an diesem Abend ein finanzieller Aspekt unbeleuchtet: Ob und wie viel Honorar der Bundesbankpräsident für seinen Vortrag erhielt. "Dazu", so eine Sprecherin der CESifo Group, "sagen wir nichts".

Anmerkung der Redaktion: Laut Auskunft der Deutschen Bundesbank nimmt der Bundesbankpräsident für seine Vorträge kein Honorar.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(