Finanzkrise FBI ermittelt gegen Wall Street

Das FBI ermittelt im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise gegen 26 Unternehmen. Der Vorwurf: Betrug. Betroffen davon sind auch die großen Krisenfälle der vergangenen Monate.

Die US-Bundespolizei FBI hat nach einem Bericht amerikanischer Medien Ermittlungen gegen amerikanische Finanzriesen wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Zu den Betroffenen zählen demnach die inzwischen insolvente Investmentbank Lehman Brothers, die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie der Versicherungsriese AIG. Insgesamt stehen 26 Wall-Street-Unternehmen im Visier der FBI-Spezialisten, berichteten der Sender CNN und die Agentur Bloomberg am Mittwochmorgen. Die Beamten, die nicht namentlich genannt werden wollten, erklärten, die Ermittlungen befänden sich im Anfangsstadium und würden sich auf die Unternehmen und deren Führungsebene beziehen.

Die Finanzkrise der Banken und Unternehmen in den USA hat zuletzt für Turbulenzen an den Börsen weltweit gesorgt. Gegenwärtig versucht die US-Regierung, ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für notleidende Banken durchzusetzen. Die US-Regierung hat die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die etwa die Hälfte aller US-Hypotheken direkt oder indirekt garantieren, unlängst übernommen. Die Finanzhilfe für die zeitweise verstaatlichten Institute könnten die Steuerzahler mit 100 Milliarden Dollar belasten.

Paulson und Bernanke äußern sich vor Wirtschaftsausschusses

US-Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke äußern sich am Mittwoch in einer weiteren parlamentarischen Anhörung zu der Krise. Bei der Sitzung des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses von Senat und Repräsentantenhaus geht es vor allem um das Rettungspaket für die Banken. Am Dienstag hatte ein Senatsausschuss Nachbesserungen gefordert. Nach dem Fahrplan der Regierung soll das Paket Ende dieser Woche verabschiedet werden.

Laut US-Medien herrscht vor allem in der Frage einer parlamentarischen Aufsicht weiterhin Uneinigkeit. Mehrere demokratische Senatoren betonten, das Parlament dürfe der Regierung keinen "Blanko-Scheck über 700 Milliarden Dollar" ausstellen. Gegner des Projekts werfen der US-Regierung vor, Steuergelder zu verschwenden.

AP/DPA AP DPA

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