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Flugzeugwerke: Airbus dementiert Verkaufspläne

Flugzeugbauer Airbus hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, demzufolge fünf deutsche Werke abgestoßen werden sollten. "Im Moment ist davon nicht die Rede", sagte eine Firmensprecherin.

Airbus hat nachdrücklich einen Bericht dementiert, der Flugzeugbauer wolle sich von fünf deutschen Standorten mit zusammen 6600 Beschäftigten trennen. "Das stimmt überhaupt nicht, das sind alles Spekulationen", sagte Airbus-Sprecherin Barbara Kracht auf Anfrage in Toulouse. "Ich weiß gar nicht, wo der Bericht herkommen kann, im Moment ist davon überhaupt nicht die Rede."

Die "Bild"-Zeitung hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Airbus wolle sich von Werken in Niedersachsen und Baden-Württemberg trennen. Betroffen seien insgesamt 6600 Beschäftigte, schreibt die "Bild". Es handele sich um die Werke in Nordenham, Stade, Varel, Buxtehude und Laupheim. Diese sollten zügig an Investoren verkauft und kostengünstiger als bisher als Zulieferer für Airbus weiterbetrieben werden. Die Beschäftigten sollten zwar ihre Arbeitsplätze behalten, müssten sich aber auf schlechtere Tarifbedingungen einstellen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen weiter.

Die beiden Spitzen des EADS-Verwaltungsrates kündigten unterdessen an, dass der Mutterkonzern das vom zurückgetretenen Airbus-Chef Christian Streiff vorgestellte milliardenschwere Sparprogramm uneingeschränkt unterstütze. Das Vorhaben könne nicht ohne Schmerzen umgesetzt werden - "weder in Toulouse, noch in Hamburg noch an anderen Standorten", sagte Manfred Bischoff dem "Handelsblatt". Zudem sagten Bischoff und Arnaud Lagardere, die die Großaktionäre DaimlerChrysler und Lagardere bei der EADS vertreten, dass Airbus so schnell wie möglich in den Mutterkonzern integriert werden solle.

Die Großaktionäre von EADS erwägen einem Zeitungsbericht zufolge eine Abschaffung der Doppelspitze bei dem angeschlagenen Konzern, falls sich die neue Führungsstruktur der Tochter Airbus bewährt. Die "Financial Times" berichtet unter Berufung auf französische Kreise, ein solcher Schritt hänge davon ab, ob es sich im nächsten Jahr bewähre, dass Louis Gallois sowohl Airbus-Chef als auch Co-Vorstandsvorsitzender des Gesamtkonzerns ist. Unter Berufung auf deutschen Aktionären nahestehende Kreise schrieb die Zeitung, es sei nicht fraglich "ob, sondern wann" ein solcher Schritt unternommen werde.

Bislang führen den Konzern zwei "Chairmen" mit Aufsichtsfunktion und zwei CEOs, jeweils einer aus Deutschland und einer aus Frankreich. Als sich die französische Seite im vergangenen Jahr für eine vereinfachte Struktur aussprach, stieß das auf Seiten der deutschen Aktionäre auf Widerstand.

DPA/Reuters / DPA / Reuters