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Frust durch Winterchaos: Bahnkunden sollen Schaffner nicht hauen

Ungewöhnliche Bitte der Bahn-Gewerkschaften: Transnet und GDBA haben die Fahrgäste aufgefordert, ihren Frust über das Winterchaos auf der Schiene nicht am Bahn-Personal auszulassen. Dieses würde immer häufiger beleidigt oder sogar angegriffen.

Die Verkehrsgewerkschaften GDBA und Transnet beklagen die Zunahme von Übergriffen frustrierter Bahnkunden auf das Zugpersonal. Sie baten die Fahrgäste am Mittwoch in Berlin, ihren Unmut über das Winterchaos im Bahnverkehr nicht an den Mitarbeitern auszulassen". Beschäftigte würden beleidigt oder gar tätlich angegriffen, hieß es.

Als Beispiel nannten die Gewerkschaften etwa Zugbegleiter, die sich persönliche Beleidigungen wegen gehäufter Verspätungen anhören müssten oder von aufgebrachten Passagieren herumgeschubst würden. Das Personal habe "aber keine Möglichkeiten, die Situation zu verbessern", erklärten Transnet-Vorstand Reiner Bieck und GDBA-Vize Peter Tröge. Man habe Verständnis für den Frust der Kunden. "Bei uns häufen sich allerdings die Hinweise, dass die Bahn-Beschäftigten in Zügen und auf den Bahnhöfen beleidigt oder sogar tätlich angegriffen werden. Und hier trifft die Wut nun definitiv die Falschen."

Gewerkschaften machen Bahn-Manager verantwortlich

Bieck und Tröge wiesen darauf hin, dass viele Eisenbahner ebenso unter der angespannten Lage litten wie die Kunden, aber nur wenig ändern könnten. "Die Beschäftigten tun alles, um die Situation für die Kunden erträglich zu gestalten", versicherten die Gewerkschafter.

Die Ursachen für die derzeitige Misere liegen den Arbeitnehmerorganisationen zufolge unter anderem in einer verfehlten Personal- und Wartungsplanung. Offenbar sei aber auch die Industrie nicht in der Lage, Fahrzeuge zu liefern, die für solche Witterungsbedingungen geeignet sind, klagten sie. Bieck und Tröge forderten die Kunden auf, "sich mit ihren berechtigten Beschwerden direkt an die verantwortlichen Bahn-Manager zu wenden. Damit sind sie an der richtigen Adresse."

APN / APN
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