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Handy-Manie: Sony-Ericsson schwimmt im Geld

Die Ex-Mitarbeiter von BenQ werden diese Nachricht nur mit Magenschmerzen lesen können: Umsatz und Gewinn von Sony-Ericsson sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Damit zeigt der Konzern, wie erfolgreich Handyproduzenten sein können.

Die große Popularität seiner Musik- und Kamerahandys hat Sony Ericsson einen Rekordgewinn eingebracht. Das japanisch-schwedische Gemeinschaftsunternehmen will der Konkurrenz in diesem Jahr weiter Marktanteile abjagen und so vom viert- zum drittgrößten Mobiltelefon-Hersteller der Welt aufsteigen. Die gesamte Branche habe 2006 weltweit mehr Handys verkauft als zuletzt angenommen, erklärte Sony Ericsson am Mittwoch in Stockholm.

Im abgelaufenen Quartal verdiente Sony Ericsson vor Steuern mit 502 Millionen Euro mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr und übertraf damit die Erwartungen der Börsianer um fast 20 Prozent. Der Nettogewinn verdreifachte sich sogar auf 447 Millionen Euro. Auch der Umsatz fiel mit 3,78 Milliarden Euro unerwartet hoch aus. Die Anleger zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden: Die Ericsson-Aktie legte im Gegensatz zum Gesamtmarkt etwas zu. Sony-Papiere hatten in Tokio vor Veröffentlichung der Zahlen etwas nachgegeben.

Keine Angst vor dem IPhone

"Sony Ericsson hat dank der rasant wachsenden Popularität unserer Foto- und Musiktelefone im vierten Quartal ein starkes Jahr mit Rekorden bei Stückzahl, Umsatz und Nettogewinn abgeschlossen", erklärte der Konzern. Von Oktober bis Dezember verkaufte das Unternehmen weltweit 26 Millionen Handys und baute seinen Marktanteil um einen Prozentpunkt auf etwa neun Prozent aus. Diesen Trend will Sony Ericsson 2007 fortsetzen und die aktuelle Nummer drei der Branche, Samsung, überholen. Samsung verkaufte im gleichen Zeitraum 32 Millionen Telefone. "Unser Ziel ist es, einer der drei Top-Player der Industrie zu werden. Der Schwung aus dem vergangenen Jahr macht das zu einem erreichbaren Ziel", sagte Sony-Ericsson-Präsident Miles Flint.

Nokia ist unangefochten der Branchenprimus, gefolgt von Motorola. Die beiden lieferten sich zuletzt einen heftigen Preiskampf, der Motorola am Jahresanfang zu einer Gewinnwarnung zwang. Sony Ericsson hat sich bislang vor allem auf etwas teurere Geräte spezialisiert. Flint signalisierte, sein Unternehmen habe nicht vor, Nokia und Motorola im heiß umkämpften unteren Preissegment anzugreifen. Den Start des iPhone von Apple nahm er gelassen: "Wir respektieren alle unsere Wettbewerber, fürchten aber keinen davon."

1,1 Milliarden Handy-Verkäufe 2007

Sony Ericsson geht davon aus, dass sich die weltweiten Handyverkäufe der gesamten Branche 2006 auf 980 Millionen Geräte summierten und damit die ursprüngliche Erwartung des Konzerns um 30 Millionen übertroffen haben. In diesem Jahr erwartet der Konzern branchenweit den Verkauf von 1,1 Milliarden Handys.

DPA / DPA