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Hintergrund: Das Merckle-Imperium

Der verstorbene Unternehmer Adolf Merckle hinterlässt ein weit verzweigtes Industrie-Imperium. Die beiden wichtigsten Säulen sind der Baustoffhändler HeidelbergCement und das Pharma-Unternehmen Ratiopharm.

Der schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat mit seiner Familie ein weit verzweigtes Geflecht verschiedenster Firmen kontrolliert. Dazu zählen unter anderem der Baustoffhändler HeidelbergCement, der Generikahersteller Ratiopharm, der Pharmagroßhändler Phoenix in Mannheim und der Spezialfahrzeughersteller Kässbohrer. Die drei wichtigsten Unternehmen der Merckle-Gruppe haben nach Angaben einer Sprecherin etwa 100.000 Mitarbeiter und machen jährlich insgesamt 30 Milliarden Euro Umsatz.

Bei dem Baustoffhersteller HeidelbergCement, der den britischen Konkurrenten Hanson im vergangenen Jahr für rund 8 Milliarden Pfund übernommen hatte, sind weltweit 65.000 Mitarbeitern beschäftigt. Der Jahresüberschuss betrug im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Euro. Der Baustoffhersteller wird zu rund 80 Prozent vom Merckle-Clan beherrscht.

Das zweite bekannte Unternehmen ist der Generikahersteller

Ratiopharm

. Das Unternehmen mit Sitz in Ulm beschäftigte Ende 2007 weltweit 5.417 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug 1,8 Milliarden Euro. Angaben über den Gewinn wurden nicht gemacht. Muttergesellschaft des Unternehmens ist die VEM Vermögensverwaltung GmbH mit Sitz in Dresden. Deren Geschäftsführer sind Adolf Merckle und sein Sohn Ludwig.

Der Pharmagroßhändler

Phoenix

mit Sitz in Mannheim beschäftigt 21.940 Mitarbeiter in Europa. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007/08 einen Umsatz von 21,5 Milliarden Euro. Im operativen Geschäft der kontrollierten Firmen mischt aus dem Merckle-Clan niemand mit. Philipp Daniel Merckle gab vor geraumer Zeit seinen Posten als Ratiopharm-Chef auf.

DPA / DPA