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stern-reportage

Boomender Wirtschaftszweig: Team Braut - warum Paare so viel Geld für ihre Hochzeit raushauen

Hochzeit für die Hochzeit: Alle wollen sich plötzlich trauen. Und das Geschäft rund ums Jawort floriert. Wer jetzt noch zögert, kann nächstes Jahr nicht mehr heiraten. Was ist da los?

Hochzeit: Noch nie gaben Paare so viel Geld dafür aus wie heute

Für die Hochzeit braucht all das als Braut: eine Stylistin, zwei Videografen, eine Fotografin, vier Jungfern und Sekt, viel Sekt

In 15 Minuten muss die Braut zur Kirche fahren. Nichts deutet darauf hin, dass das klappen könnte. Im weißen Bademäntelchen posiert Sarah für die Fotografin und die Videografen auf ihrem Hotelbett. "Bride" steht glitzernd auf ihrem Frotteerücken. Neben ihr wartet die Stylistin, Lipgloss im Anschlag, noch mal nachschminken. Im Bad diskutieren drei Brautjungfern, ob Perlmutt-Nagellack zu viele Schlieren zieht.

Über alldem hängt schwer der Duft von Haarspray und Sekt. Auf dem Etikett der Piccolo-Flaschen steht: "Team-Bride – We're getting ready to say yes!"

"Schnucki, du bist so sexy!"

Die vierte Brautjungfer und Trauzeugin blickt vom Zimmereingang auf die Szenerie. Sie hält drei Paar Ohrringe in der Hand. Noch ist nicht entschieden, welche die Braut tragen will. "Für mich waren die letzten Wochen die Hölle", sagt die Trauzeugin mit gedämpfter Stimme. "Ich bin nervlich am Ende. Jetzt darf es losgehen."

Dann ruft sie Sarah zu: "Schnucki, du bist so sexy!"

"Psst, alle!", zischt die Fotografin zurück. "Sarah ist jetzt ganz bei sich."

Und Sarah bemüht sich, verträumt bräutlich aus dem Fenster in Richtung Hamburger Hafen zu blicken.

"Getting ready" heißt diese erste Phase des Hochzeitstags im neuen Heiratsdeutsch. Gefolgt vom "First look" mit ihrem Bräutigam Marco in der Kirche. Es werden kleine Taschentücherboxen für jeden Gast auf den Bänken liegen ("Für eure Freudentränen") und ein Tagesprogramm, gestaltet wie ein Eis am Stiel, natürlich alles im Farbkonzept Rosé und Gold. Wundervoll wird es aussehen, liebevoll und perfekt.

Sarah und Marco, 31 und 33, heiraten in einer Kirche ohne Pfarrer

Sarah und Marco, 31 und 33, heiraten in einer Kirche ohne Pfarrer

Und falls unter den Gästen eine zukünftige Braut ist, wird sie alles aufsaugen und sich fragen, wie sie das jemals toppen soll.

Ein Jahr lang hat Sarah Poser, 31 Jahre alt, Mutter zweier Kinder, Sachbearbeiterin aus Bargfeld-Stegen bei Hamburg, an ihrer Hochzeit geplant. Hat sie gedanklich immer wieder durchgespielt. Sie in der Facebook-Gruppe "Hochzeit 2017" mit Tausenden anderen Bräuten optimiert, sich entschieden, umentschieden, ihre Trauzeugin in den Wahnsinn getrieben.

Sie war mit ihrem Jahr Vorbereitung keinesfalls früh dran. Schon jetzt sind die besten Fotografen, Stylisten, Caterer, Locations für das nächste Jahr ausgebucht. Wer sich jetzt nicht beeilt, kann 2018 vergessen. Auch Sarahs Fotografin hat nur noch zwei Termine frei. Was ist da los?

Heiraten: Perfektes Alter

"Sie will Glitzer. Ich bin nicht so der Glitzer-Typ"

Die Statistiker sagen: In Deutschland wird wieder mehr geheiratet, 410.000 Mal im vergangenen Jahr, und zwar immer aufwendiger und teurer. Auch wenn 40 Prozent der Ehen wieder geschieden werden, den Tag der Liebesbeschwörung lassen sich Paare laut einer Umfrage im Schnitt 10.000 bis 15.000 Euro kosten. Dank Facebook und Instagram kann Frau sich mit allen Bräuten der Welt vergleichen und den Tag herbeisehnen, an dem sie im Mittelpunkt steht. Als die Hübscheste mit der perfektesten Hochzeit.

Ist das nun schrecklich oder schön?

Nieselregen im September, die Messehalle 7 neben dem Bremer Hauptbahnhof, hier sollen heute Hochzeitsträume verkauft werden. Ein Pärchen steht schüchtern auf dem Gang zwischen den Ständen herum. Die "Hochzeitswelt" ist offensichtlich ihre erste Begegnung mit der Heiratsindustrie. Sie sind Mitte 30, beide Akademiker, kommen aus Bremen. Nennen wir sie Anna und Sascha. Ihren richtigen Namen wollen sie nicht nennen. Ihre bloße Anwesenheit ist ihnen peinlich. Denn Sascha hat ja noch nicht einmal den Antrag gemacht.

"Ich glaube, deswegen sind wir auch hier. Um ein bisschen Druck aufzubauen", sagt er, als Anna gerade nicht zuhört. Beide haben noch keine genaue Vorstellung davon, wie ihre Hochzeit werden soll. Eher klein wahrscheinlich. Wobei: "Warum nicht richtig groß feiern und mir den ganzen Tag sagen lassen, wie toll ich aussehe?", fragt Anna. Schon deutet sich ein typischer Grundkonflikt an: "Sie will Glitzer. Ich bin nicht so der Glitzer-Typ", sagt Sascha.

Trendige "Wedding Wands", also Schleifen an Stäben, kommen zum Einsatz

Trendige "Wedding Wands", also Schleifen an Stäben, kommen zum Einsatz

Konzentriert scannt Anna Brautkleider, will eines probieren. "Wann heiraten Sie?", fragt die Verkäuferin. "Ähäm, wir haben noch kein Datum", sagt Anna. "Kein Datum, nicht probieren", sagt die Verkäuferin. Wer keinen Druck hat, kauft mutmaßlich nichts.

Anna starrt sie fassungslos an. Es hilft dann der Hinweis, dass stern-Reporter sie begleiten. Die Verkäuferin grollt "Erpressung", hilft Anna missmutig ins Kleid. Sascha kriegt rote Wangen, als er sie sieht.

Nach dem Messespaziergang sind zwei Dinge klar. Erstens sind viele Männer nicht freiwillig hier. Trotten mit verschränkten Armen hinter ihrer Zukünftigen oder blicken sehnsuchtsvoll über den Gang in die Nachbarhalle, wo es etwas zu essen gibt.

Zweitens: Wer sich nach dem Motto: "Mal schauen, was es so gibt" in die Hochzeitsbranche begibt, der kommt darin um.

"Hochzeits-Overkill"

Location in einer Scheune inklusive Essen und Getränke: ab 100 Euro pro Person. Hochzeitsfilm mit Drohne, die über den Gästen fliegt: ab 1000 Euro.

Spray-Tanning, also Sprüh-Bräune für den perfekten Teint: ab 34 Euro.

Fehlen nur noch Kleid, Anzug, Ringe, DJ oder Band, Hochzeitsauto, Fotograf, Blumen, Gastgeschenke, Einladungskarten, vielleicht eine Hochzeits-Homepage oder eine App, sicher eine Torte oder Candy-Bar.

Anna und Sascha wollen nach Hause. "Hochzeits-Overkill", sagt sie.

Die Messen werden jedes Jahr zahlreicher, rund hundert finden in der Hauptsaison von November bis Februar statt. Nur an einem Stand ist in Bremen nichts los: an dem der evangelischen Kirche.

Noch ein wenig Lack für die Brautjungfern, dann ab in die Kleider

Noch ein wenig Lack für die Brautjungfern, dann ab in die Kleider

Ah ja, die Kirche. Sarah, die perfekt vorbereitete Bride, ist 20 Minuten zu spät dran, weil die Brautjungfern mit dem Brautauto nicht aus der Garage des Hotels kamen. Die Schranke ging nicht auf. Aber macht nichts, sagt Sarah. "Ich bin die Braut."

Dann schwebt sie in ihrem Prinzessinnenkleid nach vorn in den Altarraum der Sankt Johanniskirche in Hamburg-Altona. Dort warten auf sie ihr Bräutigam, seine vier "Groomsmen" und die Hochzeitsrednerin. Kein Pfarrer. Sie heiraten zwar in einer Kirche, aber nicht kirchlich. Man kann das Gotteshaus mieten, für was auch immer. Die zuständige gemeinnützige GmbH bewirbt sie als "eine der außergewöhnlichsten Event-Locations im Herzen Hamburgs".

Das kann man gotteslästerlich schimpfen oder ehrlich finden. Sarah und Marco mögen Kirchen, sind aber nicht gläubig. "Es wäre scheinheilig, wenn ich mit Pfarrer heiraten würde", sagt Sarah. So machen es aber viele Paare. 47 Prozent heiraten kirchlich – von denen wiederum einer Umfrage zufolge nur rund die Hälfte angeben, dass der Glaube ein wichtiger Grund für ihre Hochzeit ist.

"Das Produkt Hochzeit wird komplizierter."

Familie Poser hat ihre Kirche im Netz gefunden, ein Großteil von Sarahs Ideen stammt aus Facebook, Pinterest, Insta gram. Man kann Monate in Online-Hochzeitswelten leben. Doch an Nachmittagen haben Bräute Wichtigeres zu tun: Vox gucken. Den TV-Sender, der die deutsche Hochzeitskultur prägt. Bräute, die behaupten, nie "Zwischen Tüll und Tränen" gesehen zu haben, die flunkern. In jeder Folge der Doku-Soap werden Frauen bei der Brautkleidanprobe begleitet. Bis zu einer Million Menschen schaut ihnen zu, jeden Tag. Wem das nicht reicht, der schaltet früher ein. Bei "4 Hochzeiten und eine Traumreise" gibt es Flitterwochen zu gewinnen. Vier Bräute besuchen die Hochzeit der anderen und urteilen. Wie schmeckt das Essen? Ist das Farbkonzept umgesetzt?

Wer findet, dass dieser Hype bitte, bitte bald wieder vorbeigehen muss, der sollte Nadine Metgenberg besuchen. "Es geht doch gerade erst richtig los", sagt die Hochzeitsplanerin und Inhaberin von "Fine Weddings and Parties". Sie empfängt in ihrem Showroom in der vornehmen Hamburger Sophienterrasse. Zwei Zimmer, gehalten in Gold und Natur, ein Champagnerkühler in der Ecke und ein Flatscreen an der Wand, auf den sie Paaren ihre Hochzeit projiziert. Als "Moods", Stimmungsbilder, wie das Fest aussehen könnte.

Abends fällt der Stress ab. Feiern vor Hafenpanorama

Abends fällt der Stress ab. Feiern vor Hafenpanorama

Früher, sagt sie, war eine Hochzeit eine Samstags-auf-dem-Dorf-Veranstaltung. Heute stammen Braut und Bräutigam oft aus verschiedenen Orten, heiraten in wieder einer anderen Stadt, in der sie leben. Meist arbeiten beide, sie sind auch nicht erst 25, können mehr ausgeben. "Sie haben schon viel von der Welt gesehen, und die Ansprüche steigen", sagt Metgenberg, "Das Produkt Hochzeit wird komplizierter."

Die Trends kommen aus Amerika

Weil der Großteil der Gäste anreisen muss, werden aus einem Hochzeitstag häufig drei. Freitag: Warm-up, Samstag: Party, Sonntag: Chill-out mit Brunch. Aus den USA und aus Großbritannien stammen viele der Trends. "Der Markt ist so was von im Kommen", sagt Metgenberg. Ihre junge Branche fange gerade erst an, sich darauf einzurichten. Sie und viele Kollegen organisieren jetzt auch Heiratsanträge, Verlobungsfeiern und natürlich zweite Hochzeiten, wenn die erste nicht mit Haltbarkeit gesegnet war. Metgenberg hat 2017 unter anderem zwei Saudi-Araber in Barcelona verheiratet, zwei Berliner auf Capri, zwei Frankfurter in Berlin. Wer in Pusemuckel auf der Bowlingbahn feiern will, gelangt kaum in den Showroom. "Premium" und "Luxus" sind ihre Stichworte. Premiumhochzeiten beginnen bei 30.000 Euro. Beginnen. Über Zahlen und Namen spricht sie nicht. Aber gerade plant sie eine Adelshochzeit in Deutschland. Auch für sie ein Großprojekt.

Sie wird ein Palais aus Glas vor das Schloss der Familie bauen lassen; vielleicht während der Feier kubanische Omas Zigarren für die Gäste drehen lassen; vielleicht die Einladungen von einer Kalligrafin mit geschwungenen Lettern adressieren lassen, je nachdem für welche der Ideen sich das Paar entscheidet. Das Hochzeitsbudget: sechsstellig. Mindestens.

Wie so viele Menschen auf dieser Hochzeitsreise sagt Nadine Metgenberg irgendwann den verstörenden Satz: "Hochzeiten sind Frauensache." Die Braut will das große Fest. Sie kann sich in die Wahl des richtigen Pastelltons für die Tischkerzen verbeißen, mutiert zur "Bridezilla", wenn nicht alles perfekt wird. "Ich glaube, der Großteil der Männer brauchte das alles nicht", sagt Metgenberg. "Männer machen es mit, nach dem Motto: Keep your wife happy."

Sie wollte anders heiraten als andere. Mission erfüllt. Wer wird schon von einem coolen Leoparden zum Bräutigam geführt? Passiert nur auf einer Mottohochzeit

Sie wollte anders heiraten als andere. Mission erfüllt. Wer wird schon von einem coolen Leoparden zum Bräutigam geführt? Passiert nur auf einer Mottohochzeit

Leicht könnte man hier in Kulturpessimismus verfallen. Kommt nicht alles Schlechte aus Amerika oder dem Internet? Ist dieses Cinderella-Spielen nicht Rückfall, auch gesellschaftlich?

Anruf bei der Soziologin Andrea Dorothea Bührmann von der Universität Göttingen. "Nein, es ist beileibe keine Katastrophe, wenn Menschen feiern und Spaß haben!", sagt sie. "Ich bin optimistisch, dass das nicht der Beginn vom Rückfall in traditionelle Lebensmodelle ist." Obwohl Paare einen Tag starker Prinz und süße Prinzessin spielen, geht danach das Leben und die Rollenverteilung so weiter wie zuvor.

Bührmann hat zu den Event-Hochzeiten geforscht. Ihre These lautet, dass es sich um eine Art Ausflippen in einem sonst so effizienten Alltagsleben handelt. "Einmal das ganz Besondere tun, ganz unvernünftig viel Geld ausgeben, die Geschlechterstereotype richtig auf den Arm nehmen."

"Ey, wie siehst du denn aus?"

Die Hochzeit als verrückter Ausrutscher im deutschen Alltag. Ein schönes Bild. Passt zu Anja und Manuel Weiß.

Sie wollen andere Hochzeiten nicht schlechtreden, sagen die beiden. Nur finden sie, dass viele so gleich aussehen. So trägt es sich nämlich zu in der neuen Hochzeitswelt, alle betonen, wie "individuell" sie feiern, und dann dekoriert doch jeder Wiesenblumen in kleine Vasen und bindet Landhaus-Bändchen darum.

Eher wenige Paare setzen auf Plateau-Lack-Schuhe und Schlaghose. Manuel Weiß kann das tragen. Ende Oktober in Banzkow, Mecklenburg-Vorpommern, ein nieseliger Tag mit bunten Einsprengseln – den 50 Hochzeitsgästen, die dem Motto "70er Jahre" brav gefolgt sind. Das Brautpaar steht auf die Siebziger und auf Schlager-Ikone Dieter Thomas Kuhn. Die Gäste fanden im Kostümverleih oder bei Amazon Glitzer-Jacketts und Mini-Kleidchen. Alle bewundern sich gegenseitig, lernen sich ("Ey, wie siehst du denn aus?") blitzschnell kennen.

Obwohl ihr Budget bei gerade 9000 Euro liegt, hat das Paar Katja Schönborn engagiert, eine Hochzeitsplanerin. Denn, sagt Anja Weiß: "Wir haben zwei Kinder und jeder einen Beruf, wir wollten keinen Stress."

Ein Ende des Hypes ist nicht in Sicht, sagt Nadine Metgenberg, Wedding-Planerin für die Luxusklasse. Hier in ihrem Hamburger Showroom

Ein Ende des Hypes ist nicht in Sicht, sagt Nadine Metgenberg, Wedding-Planerin für die Luxusklasse. Hier in ihrem Hamburger Showroom

Vor 15 Jahren mag ein Wedding-Planer noch reichen Amerikanern in einem Hollywoodstreifen mit Jennifer Lopez vorbehalten gewesen sein. Planerin Schönborn sagt: "Wir sprechen auch die Zielgruppe Du und Ich an. Viele sind ja heute überfordert, der Druck wächst." 39 Hochzeiten organisierte sie dieses Jahr mit, Familie Weiß ist Nummer 40. Seit fünf Jahren macht Schönborn diesen Job. Sie könnte nicht besser dafür qualifiziert sein, denn vorher arbeitete sie als zahnmedizinische Prophylaxe-Helferin. "Ich habe Erfahrung mit Menschen, die leichte Panik haben."

Sie gehört zur "Agentur Traumhochzeit", einer Art "McDonald's" der Planerszene. Ein Franchise-Konzept, boomend natürlich, Zentrale in Velbert bei Wuppertal. Sie hat sich für 10.000 Euro eingekauft, zahlt regelmäßig Franchisegebühren, wurde zum "Eventmanager-Hochzeit (IHK)" ausgebildet. Sie verlangt für die Komplettorganisation 16 Prozent des Budgets als Honorar. Sie braucht dringend neue Mitarbeiter; 40 Hochzeiten, das muss man erst einmal aushalten.

Wie feiert man eine Hippie-Hochzeit, ohne dass es wie Fasching aussieht? Schönborns Antwort: mit Zurückhaltung in der Dekoration, nur Sonnenblumen. Mit Einladungen in Form von Schallplatten. Mit einer launigen, aber liebevollen Traurede, gehalten von ihr. Schönborn erzählt, wie sich das Paar zum ersten Mal begegnete und Manuel dabei Schlaghosen und einen Schlumpf-Pulli trug. Ein Glitzer-Girl in Hotpants singt sanft "All of me".

Mettigel statt Hochzeitstorte

Es sieht immer noch aus wie eine Faschingsparty. Aber es fühlt sich an wie ein Liebesfest. Kurz vor Mitternacht wird statt einer Torte ein großer Mettigel in den Saal gefahren. Feuerwerk-Fontänen sprühen.

Mit einem Stückchen Mettigel könnte diese Hochzeitsreise zu Ende gehen. Nur sollte man nie vergessen, was nach der Party kommt. Der Blues. Und die Rechnungen. Anruf bei Sarah und Marco Poser, der Bride im Bademantel und ihrem Angetrauten. 20.000 Euro hatten sie ausgeben wollen. Es sind knapp 30.000 geworden.

War es der Tag wert? "Ich habe mich furchtbar gestresst", sagt Sarah. Schon heute kann sie nicht mehr verstehen, wie sie fast an der Suche nach dem weltweit schönsten Kerzenständer verzweifelt wäre. "Aber es war so wunderbar. Ich würde es wieder genauso machen."

Und Bräutigam Marco? "Wenn ich nur gewusst hätte, was mit Sarah während der Vorbereitungen passiert", sagt er. "Dann hätte ich alles anders gemacht." Dann hätte er sie wahrscheinlich entführt, sie hätten zu zweit, irgendwo am Strand geheiratet. Ganz ohne Farbkonzept.

Ein Brautpaar sitzt nebeneinander auf Stühlen, sie hält einen Blumenstrauß auf dem Schoß