Hoher Gewinn iPhone macht Apple glücklich


Krise, Krise, nichts als Krise - doch bei Apple läuft es super. Vor allem die riesige Nachfrage nach dem iPhone sorgte für ein Rekordquartal bei dem amerikanischen Hightech-Konzern. Ein Haar in der ansonsten extrem delikaten Quartalszahlen-Suppe gibt es aber.

Mitten in der Wirtschaftskrise hat Computer- und iPhone-Hersteller Apple ein Rekordquartal hingelegt: Umsatz und Gewinn waren im dritten Geschäftsquartal so hoch wie nie zuvor außerhalb des Weihnachtsgeschäfts. Motor des Erfolgs waren das Erfolgshandy iPhone und die Mac-Rechner. Der Verkauf der iPod-Musikplayer schwächelte dagegen.

Der US-Konzern steigerte im Ende Juni abgeschlossenen Quartal den Gewinn um rund 15 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar (844 Mio Euro). Der Umsatz kletterte um fast zwölf Prozent auf mehr als 8,3 Milliarden Dollar, wie Apple mitteilte. Mit den Zahlen übertraf das Unternehmen einmal mehr die Schätzungen der Analysten. Die Aktie, ohnehin eine der erfolgreichsten des Jahres, legte daher nachbörslich in den USA und auch im deutschen Handel kräftig zu.

iPhone-Verkauf steigt um 600 Prozent

Von seinem iPhone verkaufte Apple 5,2 Millionen Stück - sieben Mal so viele wie ein Jahr zuvor. Zur großen Nachfrage trug zum einen das neue Modell 3GS bei, das im Juni auf den Markt kam und allein am ersten Wochenende eine Million Mal verkauft wurde. Zum anderen halbierte Apple den Preis des alten Modells auf rund 100 US- Dollar. Lieferprobleme beim iPhone 3GS könne man kurzfristig nicht beheben, man arbeite aber hart daran, sagte der für das operative Geschäft zuständige Manager Tim Cook. In den nächsten Monaten soll das Gerät in rund 60 weiteren Ländern auf den Markt kommen.

Der Wermutstropfen: Der iPod ging mit 10,2 Millionen Stück (minus sieben Prozent) seltener über die Ladentische als ein Jahr zuvor. Den Rückgang habe das Unternehmen jedoch erwartet, sagte Finanzchef Peter Oppenheimer: "Wir gehen davon aus, dass wir mit der Zeit weniger traditionelle MP3-Player verkaufen, weil wir uns mit dem iPod Touch und dem iPhone selbst kannibalisieren."

Von der Verbreitung der mobilen Apple-Geräte profitiert auch der Online-Musikladen iTunes: Mittlerweile seien acht Milliarden Lieder heruntergeladen worden, sagte Oppenheimer. Auch das Geschäft mit kleinen Zusatzprogrammen für iPhone und iPod Touch boomt: Rund 65.000 Applikationen stünden mittlerweile zur Auswahl, Nutzer hätten sie insgesamt 1,5 Milliarden Mal auf ihre Geräte geladen, so Oppenheimer.

Trotz der Krise auf dem Computermarkt verkaufte Apple von seinen vergleichsweise hochpreisige Mac-Rechnern mit 2,6 Millionen Stück im Schnitt vier Prozent mehr und steigerte seinen Anteil in einem schrumpfenden Markt. Der Umsatz in der Computerstparte insgesamt ging auf 3,3 Milliarden Dollar zurück, weil das Unternehmen die Preise etlicher Produkte gesenkt hatte.

Konzernchef Steve Jobs nahm wie üblich nicht an der Konferenz zu den Quartalszahlen teil. Er hatte Ende Juni nach fast sechs Monaten Krankheitsauszeit und einer Leber-Transplantation die Arbeit wieder aufgenommen. Apples zurückhaltende Informationspolitik dazu stieß auf Kritik. Auch die Börsenaufsicht SEC prüft den Fall Berichten zufolge. Jobs gilt wie kaum ein anderer US-Manager als Erfolgsgarant seines Unternehmens. Allerdings zeigte Apple auch unter Interims-Chef Cook nach Ansicht der meisten Experten keine sichtliche Schwäche.

DPA DPA

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