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Ifo-Index: Stimmung in den Chef-Etagen hellt sich weiter auf

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist vor Weihnachten so gut wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember unerwartet deutlich.

Versöhnlicher Jahresausklang für die deutsche Wirtschaft: Im Dezember hat der Ifo-Geschäftsklimaindex zum neunten Mal in Folge zugelegt. Er stieg von 93,9 Punkten im Vormonat auf 94,7 Punkte. Damit hat das Konjunkturbarometer den höchsten Stand seit fast eineinhalb Jahren erreicht und ist wieder auf dem Niveau der Zeit vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise angekommen. "Nach dem scharfen Einbruch im vergangenen Winter wirken die aktuellen Umfrageergebnisse wie ein Weihnachtsgeschenk", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Einen Grund zur Entwarnung sehen die Konjunkturforscher aber noch nicht. "Wir sollten uns noch nicht in Sicherheit wiegen", sagte der Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Noch gebe es Risiken wie den befürchteten Anstieg der Arbeitslosigkeit und die zurückhaltende Kreditvergabe vieler Banken, die im kommenden Jahr weiter steigende Insolvenzzahlen nach sich ziehen dürfte. Auch das Auslaufen der Konjunkturpakete könnte im Jahresverlauf oder Ende 2010 für Probleme sorgen. Die Gefahr weiterer Rückschläge sieht Abberger deshalb noch nicht gebannt. "Wir sind noch nicht über den Berg. Wir haben einen tiefen Fall hinter uns, sind noch angeschlagen und arbeiten uns schrittweise aus der Misere."

Bessere Stimmung in allen Branchen

Für den Ifo-Index befragt das Institut monatlich rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft nach ihren Einschätzungen zur Konjunkturlage und -entwicklung. Im Dezember fiel der Anstieg des Stimmungsbarometers etwas deutlicher aus, als von vielen Experten erwartet. Vor allem ihre derzeitige Lage beurteilten die befragten Firmen besser als im Vormonat. Der Lage-Index stieg von 89,1 auf 90,5 Punkte. Die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate schätzten die Unternehmen dagegen nur leicht besser ein, der entsprechende Index stieg von 98,9 auf 99,1 Punkte.

In allen Branchen fiel die Stimmung besser aus als im Vormonat. "Der Anstieg ist sehr breit angelegt, das zeigt, dass die Erholung in der Wirtschaft anhält", sagte Abberger. So zeigten sich die Industrieunternehmen mit ihrer derzeitigen Lage weniger unzufrieden als im Vormonat, die Aussichten für die kommenden Monate sehen sie weiter positiv, allerdings etwas weniger als im November.

Zuversichtlich sehen die Industriefirmen ihre Exportchancen in den kommenden Monaten. Auch bei den Stellenabbauplänen in der Industrie gebe es eine gewisse Entspannung, sagte Abberger, stellte aber zugleich klar: "Die Zeichen stehen aber noch immer auf Personalabbau."

DPA / DPA