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JAHRESTAG: Die US-Börse und der 11. September

Die verheerenden Anschläge vom 11. September brachten auch die internationalen Börsen ins Trudeln.

Die verheerenden Anschläge vom 11. September brachten auch die internationalen Börsen ins Trudeln. Laut einer Studie vermochte kein Ereignis die Wall Street in den vergangenen 100 Jahren tiefer in die Krise zu stürzen als die verheerenden Terrorangriffe von New York und Washington. Neben der US-Börse mussten auch die Märkte rund um den Globus Verluste großen Ausmaßes hinnehmen, von denen sie sich bis heute meist nicht richtig erholt haben.

Sechs Tage Handelspause

Die New Yorker Börse sowie die anderen amerikanischen Aktienmärkte nahmen erst am 17. September nach einer sechstägigen Unterbrechung den Handel wieder auf. Es war die längste Pause seit einer mehr als einwöchigen Aussetzung des Handels während der Weltwirtschaftskrise im März 1933 und einer mehrmonatigen Aussetzung des Handels 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

Dow Jones brach ein

Am ersten Handelstag nach den Anschlägen krachten die Kurse wie erwartet steil in die Verlustzone. Der Dow-Jones-Industrieindex brach um 684,80 Zähler (Minus 7,12 Prozent) auf 8.920,70 Punkte ein, nachdem er zuletzt am Vorabend des Terrors noch mit 9.605,50 Zählern aus dem Handel gegangen war. Damit holte der US-Markt die an den europäischen und asiatischen Börsen in den vergangenen Tagen verbuchten Verluste im Gefolge der Attacken nach. Öl- und Gold-Preis schnellten in die Höhe, ebenso wie der Euro im Vergleich zum Dollar. Allerdings steht der Dow-Abschlag in Prozent gemessen nur an 5. Stelle. Der bis dahin stärkste Punktrückschlag datiert vom 14. April 2000 mit rund 617 Punkten. Beim Börsenkrach am 19. Oktober 1987 hatte der Dow sogar um 22,61 Prozent verloren, war allerdings ausgehend von einem niedrigeren Punktestand nur um 508 Punkte gefallen.

1,38 Billionen Dollar wurden vernichtet

Insgesamt 1,38 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung gingen bis zum 21. September verloren. Aus Angst vor Krieg, weiterem Terror und einer Rezession gingen die Investoren keine weiteren Engagements ein und horteten in den Folgemonaten riesige Barreserven.

Leitzinssenkung sollte helfen

Die US-Notenbank war bemüht, den Abschlägen noch vor Börsenauftakt am 17. September mit einer Leitzinssenkung um ein halbes auf 3 Prozent entgegenzuwirken und der schon angeschlagenen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Liquiditätsspritzen und groß angelegte Aktienrückkaufprogramme amerikanischer Großkonzerne sollten zudem helfen, die taumelnden Finanzmärkte zu stabilisieren. Vergleichbare konzertierte Maßnahmen waren auch jenseits des Atlantiks zu beobachten. Die europäische Zentralbank etwa schloss sich dem Fed-Schritt an und senkte ihren wichtigsten Leitzins um 0,5 auf 3,75 Prozent.

Ewiges Auf und Ab

Der Dow Jones konnte erst am 5. Dezember 2001 nach einer furiosen Hausse wieder die Marke von 10.000 Punkten überschreiten. Zuletzt hatte das wichtigste US-Börsenbarometer Anfang September über diesem Stand notiert. Halbwegs gefangen hatte sich der Dow aber erst ein halbes Jahr nach dem Terror. Der Index zog bis zum 19. März 2002 um rund 10 Prozent auf 10.635,30 Punkte an, und brach dann bis zum 23. Juli auf 7.702,30 Zähler ein. An diesem Montag notiert er bei 8.352 Punkten.