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Joon: Sneaker, Serien und Bio-Essen: Diese neue Billig-Airline will Europa erobern

Air Berlin steckt in der Insolvenz - doch schon startet eine neue Airline auf dem europäischen Markt. Joon ist eine Tochter von Air France-KLM und hat vor allem jüngere Fluggäste im Visier. 

Joon Airline CEO Jean-Michel Mathieu

Joon-Airline-Chef Jean-Michel Mathieu 

Die Stewards tragen lässige Chinos und Pullis, die Flugbegleiterinnen legere Kleider statt strenger Uniform - und auch die obligatorischen Pumps sind passé. Denn männliche und weibliche Crewmitlgieder dürfen bequeme Sneakers anziehen. Schon an den Outfits des Kabinenpersonals kann man erkennen, dass die neue Airline Joon einiges anders machen möchte als die etablierten Fluglinien. 

Ab 1. Dezember startet Joon durch. Sie ist eine Tochter von und wird zunächst europäische Ziele wie Porto, Barcelona und Lissabon anfliegen. Auch Berlin sei als Ziel geplant. Ab Sommer 2018 sollen auch Langstreckenziele angeflogen werden. So plane die Airline Flüge nach Brasilien oder auf die Seychellen für Ticketpreise bis zu 299 Euro anzubieten. Zu Beginn verfügt Joon über 18 Maschinen für die Kurzstrecke und 10 Fliegern für die Langstrecke, so der Joon-Chef Michel Mathieu.

Durchstarten trotz Air Berlin und Monarch

Der Start der Airline mag verwundern. Erst kürzlich musste die britische Billigfluglinie Monarch Insolvenz anmelden und den Flugbetrieb einstellen.  "Steigender Kostendruck und zunehmend wettbewerbsintensive Bedingungen auf dem europäischen Markt für Kurzstreckenflüge" hätten der Fluggesellschaft zugesetzt, so Blair Nimmo von der Beratungsgesellschaft KPMG, die als Insolvenzverwalter bestimmt wurde. In Deutschland sorgt derzeit die in Schieflage geratenen Air Berlin für Aufsehen. Die Zukunft der Fluglinie ist ungewiss, noch wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. Ein schwieriges Umfeld für den Start einer neuen Billigairline.

Serien, Sneaker, Bio-Essen: So lockt Joon junge Kunden

Allerdings versteht sich Joon nicht als solche. Air-France-Chef Franck Terner siedelt Joon am Montag "zwischen klassischer Airline und Low-Cost" an. Mit der neuen Tochter wolle man sowohl den Airlines aus der Golf-Region als auch den Billigfliegern den Kampf ansagen. Vor allem jüngere Fluggäste sind im Visier der neuen Airline. Darauf deutet auch der Name hin, der sich vom französischen "jeune", also jung, ableitet. Diese Zielgruppe will die Airline nicht nur mit locker gekleideten Flugbegleitern locken. So sind die Maschinen mit USB-Anschlüssen zum Laden von Smartphones oder Tablets ausgestattet. Außerdem bietet Joon auf den Flügen aktuelle und Filme an, der der Gast auf dem eigenen Endgerät ansehen kann. Das Essen, das an Bord serviert wird, soll zumindest teilweise Bio-Qualität haben. 

kg