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Kaffee-Krise bei Nestlé: Warum Nespresso nicht vom Kapsel-Boom profitiert

Die Deutschen lieben den praktischen Kapsel-Kaffee und investieren fleißig in Maschinen und Kaffeeportiönchen. Doch ausgerechnet Nespresso hinkt hinterher - die Konkurrenz ist inzwischen zu mächtig. 

Eine Handvoll Kaffeekapseln von Nespresso

Der Markt für Kaffee aus der Kapsel boomt - doch ausgerechnet Nespresso schwächelt. 

Eigentlich könnte es für Nespresso nicht besser laufen: Das Geschäft mit den Espresso-Automaten boomt. Und der Markt ist noch lange nicht gesättigt. Erst ein Fünftel der deutschen Haushalte hat die Kaffeefilter gegen schicke Espresso-Maschinen getauscht. Mit praktischen und zeitsparenden Kaffeelösungen sind noch ordentlich Geschäfte zu machen. Da könnte auch die Nestlé-Marke profitieren. Doch Nespressos Kapsel-System scheint den Zenit überschritten zu haben. 

Zwischen Januar und Mai 2015 verkaufte Nespresso nur 156.000 Geräte, ein Minus von zwei Prozent, berichtet das "Handelsblatt" und bezieht sich auf die Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK.

Nespresso hat harte Konkurrenz

Laut dem "Handelsblatt" gibt es gleich mehrere Gründe für Nespressos Rückgang. Zum einen macht sich der Mutterkonzern Nestlé mit dem Kaffeekapsel-System Dolce Gusto selbst Konkurrenz.

Und das sogar erfolgreich: Bis Mai steigerte das preisgünstigere System im Vergleich zum Vorjahr den Geräteverkauf um 65 Prozent. 

Eine weitere Boom-Bremse ist die externe Konkurrenz. Kaffee-Unternehmen wie Jacobs und Co. bieten längst auch Kapseln an. Die passen auch in die Nespresso-Maschinen. Discounter wie Aldi haben sogar die Geräte im Angebot. Wer also auf ein Kapsel-System umsteigen will, braucht längst nicht mehr auf Nespresso-Produkte zurückgreifen. Und ein weiterer Trend verhagelt das Geschäft: Vollautomaten werden immer günstiger - und erhöhen den Druck auf Kapsel-Systeme wie Nespresso. 

Teure Kaffeekapseln

Das größte Problem ist allerdings nicht die Konkurrenz, sondern der Rückgang beim Geräteverkauf. Die Kapsel-Maschinen sind schließlich Voraussetzung, um überhaupt die teuren Kapseln zu verkaufen. Und hier liegt der wirkliche Umsatztreiber für Nespresso.

Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche 6,4 Kilogramm des braunen Pulvers im Jahr. Und beim Kapsel-Kaffee ist das ein teures Vergnügen: Rund 80 Euro kostet ein Pfund Kaffee in der Kapsel. Der Preis für die Maschinen variieren zwischen 100 Und 500 Euro. Damit gehört Nespresso zu den teureren Anbietern. Die Systeme Tassimo oder Cafissimo sind mit 50 bis 200 Euro günstiger in der Anschaffung. Beim Kapselpreis sind die Unterschiede nicht so stark: Zwischen 25 und 45 Cent kostet eine Tasse Kaffee. Wer beim Discounter einkauft, zahlt sogar noch weniger. Nespresso-Nutzer müssen zwischen 35 und 42 Cents pro Tasse zahlen.

 


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