KarstadtQuelle Gnadenfrist für 27 Kaufhäuser


KarstadtQuelle wird möglicherweise weitere 27 seiner 90 Kaufhäuser aufgeben. Nach Informationen der Financial Times Deutschland sollen sie nur weiterbetrieben werden, wenn sie in diesem Jahr bestimmte Ziele erreichen.
Von Christiane Ronke

Dies geht aus Unterlagen hervor, die der FTD vorliegen. Zu diesen so genannten Projektfilialen zählen die Karstadt-Häuser in Hamburg-Harburg, Bayreuth, Magdeburg und Siegen. "Dies ist keine Verkaufsliste", sagte ein Sprecher. "Diese Filialen wurden als verbesserungswürdig eingestuft und bekommen deswegen besondere Unterstützung. "Gesamtbetriebsratsvorsitzender Hellmut Patzelt sagte: "Wir wollen alle Filialen 2007 über die Ziellinie bringen." Unklar blieb, welche konkreten Vorgaben der Konzern den Häusern gemacht hat.

Middelhoff: Nicht alle Filialen bleiben bestehen

Insider vermuten, dass sich der Konzern langfristig nur noch auf wenige Tophäuser konzentriert. Vor kurzem hatte Konzernchef Thomas Middelhoff angedeutet, dass möglicherweise nicht alle Karstadt-Häuser weitergeführt werden. Im Sommer 2005 hatte der Handelskonzern bereits 74 kleinere Filialen an Finanzinvestoren verkauft. Die Häuser wurden Anfang März in Hertie umbenannt.

Unklar ist, inwieweit die neuen Vorgaben für die betroffenen Häuser realistisch sind. "Für Filialen mit hohem Investitionsstau ist es unglaublich schwierig, die vorgegebenen Ziele zu erreichen", heißt es in einem Betriebsratsschreiben. "Alleine die Personalkosten wurden in der Vergangenheit immer an den Umsatz angepasst, das heißt in der Regel gesenkt."

Abschriften belasten Ergebnis der Filialen

Vor allem Einbußen wegen älterer, schlecht verkäuflicher Ware seien für viele Häuser ein Problem, beklagt die Mitarbeitervertretung. Diese so genannten Abschriften belasteten "die Ergebnisse der Filialen außergewöhnlich", so das Schreiben weiter. Zu Projektfilialen wurden dem Betriebsrat zufolge aber nicht nur Häuser mit negativem Betriebsergebnis erklärt.

Den betroffenen Häusern wurde nach Karstadt-Angaben ein Millionenbudget zur Verfügung gestellt. "Inzwischen entwickeln sich die Filialen deutlich besser als bisher", sagte der Karstadt-Sprecher. Middelhoff zufolge hat die Warenhaussparte 2006 den Turnaround geschafft und verbucht im Gegensatz zu Wettbewerbern deutlich steigende Umsätze.

FTD

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