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Krise beim HSV: Slomka darf wohl bleiben - und das ist gut so

Der HSV räumt Trainer Mirko Slomka wohl eine Gnadenfrist ein. Alles andere würde den Verein auch noch mehr in die Krise stürzen. Hamburg braucht endlich mehr Geduld mit seinem größten Verein.

Ein Kommentar von Felix Haas

Mirko Slomka leitete auch am Montag das Training des Hamburger SV - er soll eine Schonfrist von zwei Spielen erhalten

Mirko Slomka leitete auch am Montag das Training des Hamburger SV - er soll eine Schonfrist von zwei Spielen erhalten

Nein, Mirko Slomka hat am Wochenende nicht besonders viel richtig gemacht. Er hat vor dem Spiel gegen Hannover fast die komplette HSV-Mannschaft durchgewechselt - sieben Neue standen in der Startelf. Die Hamburger Fans, die Clubbosse und die Medien hatten nach Veränderung gerufen. Doch was Slomka präsentierte, war wohl etwas zu viel Veränderung. Slomka wollte ein Zeichen setzen, und setze es verkehrt. So blieb trotz einer neuen Elf das alte Chaos.

Klar, dass auf das dritte torlose Spiel in Folge die erneute Trainer-Diskussion folgt. Sie schwelt seit Wochen in Hamburg, schon in der Sommerpause hatte Investor Klaus-Michael Kühne den Rücktritt von Slomka gefordert. Nun steht aber offenbar fest: Die HSV-Verantwortlichen werden sich kurzfristig berappeln. Slomka bekommt nach übereinstimmenden Medienberichten eine Schonfrist von zwei Spielen.

Es ist die einzig richtige Entscheidung - trotz der Fehler vom Wochenende.

Ohren zu - und durch

Damit Slomka in Hamburg erfolgreich sein kann, muss er sich allerdings verändern. Bislang hat er (wie viele Trainer vor ihm) zu häufig den Fehler gemacht, auf alle anderen Parteien im Verein zu hören. Am Wochenende wurde man den Eindruck nicht los, dass Slomka dem Wunsch der Fans und Bosse entsprechen wollte und daher die Neulinge ins Rennen schickte.

"Wir müssen die Unruhe von außen abprallen lassen und nur an unsere Arbeit denken", sagte Slomka nach dem Hannover-Spiel bei Sky. Es ist ihm in den Medien bereits als Durchhalteparole ausgelegt worden. Doch Slomka täte gut daran, die Chance zu ergreifen - und seine Ohren nach außen hin endlich auf Durchzug zu stellen.

Der HSV braucht Geduld

Slomka steht vor der Aufgabe, die richtige Mischung aus Neuzugängen und erfahrenen HSV-Spielern zu finden. Das geht nur mit Geduld. Aus einem Abstiegskandidaten ist noch nie in zwei Monaten ein Champions-League-Kandidat geworden. Es kann mitunter Jahre dauern, eine funktionierende Mannschaft aufzustellen.

Das muss endlich auch der Verein einsehen. Es ist keine Lösung, dem verunsicherten, gerade neu zusammengestellten Team, wieder einen neuen Trainer vorzusetzen. Die Hamburger Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass es die mangelnde Konstanz war, die den Verein an den Rand der Katastophe brachte.

Um den Abstiegskampf zu entgehen, müssen Verein und Umfeld endlich einmal Geduld vorleben. Am Trainer allein liegt es beim HSV schon lange nicht mehr.

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