HOME

Leistungsschutzrecht bei Google: Verlage bekommen Gnadenfrist

Im Streit um das Leistungsschutzrecht gewährt Google den Verlagen rund zwei Wochen Aufschub und streicht Vorschaubilder und Textausschnitte nun noch nicht aus Google News.

Der US-Konzern Google kommt deutschen Verlagen im Streit um die Veröffentlichung von Pressetexten ein wenig entgegen. Der Suchmaschinen-Betreiber kündigte am Donnerstag an, er werde Online-Berichte bestimmter Verlage erst in zwei Wochen weniger ausführlich in der Google-Suche anzeigen und nicht schon ab sofort.

Der Suchmaschinen-Betreiber wollte ursprünglich bereits ab diesem Donnerstag für bestimmte Websites künftig nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift darstellen, aber nicht mehr Textausschnitte ("Snippets") und Vorschaubilder ("Thumbnails"). "Inzwischen haben uns die in der VG Media organisierten Verlage gebeten, die angekündigte Umstellung etwas zu verschieben", erklärte Google. Deshalb werde man den Schritt erst ab dem 23. Oktober vollziehen.

Suchmaschinen sollen Verlegern Geld zahlen

Das Leistungsschutzrecht ist seit August 2013 in Kraft und sieht vor, dass Suchmaschinenbetreiber wie Google Verlegern Geld zahlen müssen, wenn sie verlegerische Inhalte verwenden, die über "einzelne Worte oder kleine Textausschnitte" hinausgehen. Google lehnt dies ab und hat angekündigt, seine Textanzeigen zu reduzieren, um sein "rechtliches und finanzielles Risiko" zu minimieren. In der Verwertungsgesellschaft VG Media sind nicht alle Verlage vertreten, aber Branchengrößen wie Axel Springer und Burda.

Die VG Media erklärte, die Verlage bräuchten mehr Zeit, um Googles Vorgehen zu bewerten. Der US-Konzern hatte den Unternehmen eingeräumt, man werde Textausschnitte ihrer Inhalte wieder anzeigen, sofern weder sie selbst noch die VG Media Geld dafür verlangten. Dies geht aus einem Schreiben Googles an die Verlage vor, das Reuters vorliegt

stb/Reuters / Reuters