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Konjunktur-Umfrage: Firmen wieder optimistischer

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich aufgehellt. Die meisten Unternehmen gehen einer Umfrage zufolge optimistisch ins neue Jahr - für viele Arbeitnehmer verheißt 2010 hingegen nichts Gutes.

Zahlreiche Betriebe in Deutschland gehen mit Optimismus ins kommende Jahr. 27 von 44 Branchenverbänden gaben in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) an, die Stimmung in ihren Mitgliedsfirmen sei besser als zum Jahreswechsel 2008/2009. Die Hälfte der Verbände rechnet demnach 2010 mit besseren Geschäften als 2009. Doch mit Investitionen wollen sich viele Firmen zurückhalten. Und viele Unternehmen würden wohl um einen Arbeitsplatzabbau nicht herumkommen, erklärte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts, Michael Hüther.

Mit einer höheren Produktion oder einem höheren Umsatz rechnen im kommenden Jahr 20 der 44 befragten Wirtschaftsverbände, wie das IW in Köln mitteilte. Darunter sind Betriebe der Energie- und Wasserwirtschaft, der Eisen- und Stahlindustrie, der Chemie- und Autoindustrie sowie der Elektrotechnik. Auch die Banken und Sparkassen, die Entsorgungswirtschaft und die Verlage rechnen demnach mit etwas höheren Umsätzen im kommenden Jahr. Sinkende Erlöse 2010 erwarten laut Umfrage zwölf Branchen - darunter der Bergbau, die Druckindustrie, die Bauindustrie, das Handwerk, der Einzelhandel und das Gastgewerbe. Besonders schwarz sieht demnach die Schiffbau-Branche.

Mehrheit hält Jobabbau für unvermeidbar

Mit Investitionen werden sich die Unternehmen der IW-Umfrage zufolge zurückhalten. Nur neun Sparten erklärten, ihre Betriebe würden 2010 wieder mehr investieren. In 24 Branchen rechnen die Firmen mit konstanten Investitionsbudgets, in elf Branchen wollen die Unternehmen ihre Investitionen zurückschrauben.

Damit blieben die Aussichten für den Arbeitsmarkt unsicher, erklärte IW-Direktor Hüther. 27 Branchenverbände halten einen Arbeitsplatzabbau im kommenden Jahr für kaum vermeidbar, wie die Umfrage ergab. 16 weitere Verbände rechnen immerhin damit, dass die Zahl der Arbeitsplätze in ihrer Branche konstant bleiben wird. Als einziger Branchenverband geht demnach die Lederindustrie von einer steigenden Beschäftigung in ihren Betrieben aus.

Mit flexiblen Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit hätten die Unternehmen ihre Beschäftigten lange halten können und würden dies auch im kommenden Jahr versuchen, erklärte IW-Direktor Hüther. "Sollten die Erwartungen allerdings weiter einbrechen, werden viele Unternehmen um einen Arbeitsplatzabbau nicht herumkommen." Ziehe die internationale Konjunktur aber schneller und deutlicher an als bislang erwartet, dann könne auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft stärker als andere Länder auf den internationalen Märkten punkten, erklärte Hüther.

AFP / AFP