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Fahrräder, Konsolen, Parfüm Lieferengpässe in den Geschäften: Diese Produkte kommen nicht mehr bis Weihnachten in die Läden

Leere Regale in einem Toom-Markt in Aschaffenburg.
Leere Regale in einem Toom-Markt in Aschaffenburg.
© Hans-Jürgen Schmidt/ / Picture Alliance
Viele Produkte sind durch die weltweiten Lieferschwierigkeiten knapp. Und das könnte auch zu den Feiertagen noch so sein. Einige Weihnachtswünsche werden wohl nicht erfüllt werden.

Wer in diesem Jahr sehr konkrete Weihnachtswünsche erfüllen will, sollte sich am besten schnell um den Einkauf kümmern. Denn die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage sind eindeutig: Die weltweiten Lieferschwierigkeiten verhindern, dass einige Produkte ihren Weg nach Deutschland finden. Oder es fehlen wichtige Montage-Teile für die Endfertigung, so dass das fertige Produkt leider nicht im Schaufenster stehen wird. Schaffen es die Container-Riesen bis nach Europa, müssen Kunden bei einigen Warengruppen mit herben Preisaufschlägen rechnen.

So ist der Weihnachtswunsch Fahrrad in diesem Jahr kaum zu erfüllen. Schon die Lockdowns der Corona-Krise führten dazu, dass sich die Bevölkerung vermehrt aufs Rad schwang. Und somit die Lagerbestände der Händler leer kauften. "Einige Händler warten bis heute noch auf bis zu 40 Prozent der Räder, die sie bereits im vergangenen Jahr bestellt haben", sagte Hans-Peter Obermark vom Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ) im Sommer 2021 der Funke-Mediengruppe. "Die Branche rechnet - sofern es nicht zu weiteren Lockdowns kommt - erst Ende 2024 mit einer Normalisierung des Fahrradmarktes bei weiter steigender Nachfrage." 

Spielzeug mit Lieferschwierigkeiten

Aber auch Spielzeug könnte zu Weihnachten knapp werden. "Wir kriegen nicht mehr die Ware, die wir haben wollen und schon gar nicht in den Mengen, die wir haben wollen", berichtet Nils Hartfelder, Geschäftsführer des gleichnamigen Spielzeugunternehmens aus Hamburg, dem "NDR". Einige Hersteller bereiten die Kunden bereits darauf vor, dass auch sie von den Lieferschwierigkeiten betroffen sind. "Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Produkte in den nächsten Wochen nur schwer verfügbar sind", so ein Sprecher des Playmobil-Unternehmens zu "t-online.de". Auch Hersteller wie Ravensburger oder Lego klagen über Probleme. 

Wer Technik unter den Baum legen will, hat besonders schlechte Karten. Konsolen, Smartphones, Tablets und Co. sind Mangelware, da die benötigten Chips nicht verfügbar sind. Einige Modelle sind seit Monaten ausverkauft. Die großen Hersteller wie Apple, Samsung und Co. sind genauso betroffen wie kleinere Nischen-Hersteller. Wer unbedingt Technik verschenken will, sollte sich nach alternativen Geräten umschauen. Und sich vor allem bald um den Einkauf kümmern. 

Möbel-Händler und Baumärkte unter Druck

Sollen neue Möbel verschenkt werden, könnte es auch zu Problemen kommen. Ikea vermeldete früh im Jahr, dass einige Möbel schlichtweg nicht verkauft werden können. Der Grund: Holz ist Mangelware. Das spüren auch die Baumärkte. "Einzelne Produkte kosten im Einkauf plötzlich dreimal so viel", so der Hornbach-Chef Erich Harsch zur "Lebensmittelzeitung". "Einen Teil der Kosten müssen auch wir an die Kunden weitergeben." Neben Holz fehlt es in den Baumärkten auch an Produkten aus Aluminium, Kupfer, Glaswolle, Dämmstoff oder Stahl. Wer die Feiertage für  Renovierungen nutzen wollte, sollte sich frühzeitig um den Kauf der Materialien bemühen.

Bei Parfüm, Beauty-Produkten und Kosmetik ist das Bild nicht ganz klar. Einige Hersteller geben Entwarnung, sie scheinen mit vollen Lagern in das Weihnachtsgeschäft zu starten. Bei Douglas hingegen scheinen einige Produkte von Lieferproblemen betroffen zu sein. So könne es sein, dass nicht jedes gewünschte Produkt in jeder Filiale verfügbar sei, so eine Sprecherin der Firma zu "t-online".

Bücher könnten30910310 teurer werden

Bücher sind ein beliebtes Geschenk - und sind auch verfügbar. Allerdings könnten sie deutlich teurer werden. Auch hier spielt die Rohstoffknappheit beim Papier eine Rolle. Wer sich unsicher ist, sollte besser frühzeitig kaufen. Denn die Buchhändler würden schon jetzt mit Lieferschwierigkeiten kämpfen. Längere Lieferzeiten oder sich immer weiter nach hinten verschiebende Starttermine von Neuauflagen und Nachdrucken. 

Das raten Experten: So kaufen Sie Weihnachtsgeschenke

Experten raten, sich spätestens jetzt um den Kauf von Weihnachtsgeschenken zu bemühen. "Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bereits frühzeitig Geschenke besorgen, wenn man sich jetzt schon sicher ist, was man schenken möchten", sagt Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW zur "ARD". "Wenn es das Produkt jetzt gibt, sollte man es auch jetzt kaufen." Panikkäufe hält sie für überzogen. Besser sei es, wenn Kunden Preise und Angebot vergleichen würden - und zwar stationär wie online. 

Der Handelsexperte Gerrit Heinemann empfiehlt, die Geschenke in diesem Jahr besser im Geschäft zu kaufen. "Was jetzt nicht in den Läden und Lagern verfügbar ist, wird nicht mehr bis Weihnachten geliefert", so der Experte. 

Sind die gewünschten Produkte vergriffen und kommen definitiv nicht mehr bis Weihnachten in Deutschland an, müssen Alternativen gefunden werden. So können bei Technik andere Ausführungen in Speichergröße oder Farbe schon helfen. Andere Produkte können ersetzt werden, hier hilft die Beratung im Einzelhandel. 

Die gute Nachricht: Nicht alle Warengruppen sind von den Lieferproblemen betroffen. So meldet die Wein- und Spirituosenbranche, dass sie keine Probleme erwarten. Zwar seien sie von den gestiegenen Preisen für Verpackungsmaterial betroffen. Doch: "Wir gehen für die Weihnachtszeit jedoch davon aus, dass die Endkunden beim Kauf von Wein und Spirituosen kaum etwas von den höheren Rohstoffpreisen zu spüren bekommen, da die wenigsten Händler diese Kosten unmittelbar weitergeben werden", sagt Oliver Hennes vom Bundesverband Wein und Spirituosen International zu "t-online.de".

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