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Luftfahrt: Chavez will Alitalia retten

Seit Wochen schon wird über das Aus der italienischen Fluggesellschaft Alitalia spekuliert. Jetzt könnte es Hilfe von ungewöhnlicher Seite geben: Eine italienische Zeitung zitiert die sozialistische Regierung von Hugo Chavez in Venezuela. Sie will eingreifen.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi gibt die Hoffnung auf eine Rettung der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia nicht auf. Die Zukunft des Unternehmens hänge an dem italienischen Konsortium CAI, sagte Berlusconi am Mittwoch in Rom. CAI hatte seine milliardenschwere Offerte für die Airline vergangene Woche aufgrund des Widerstands der Gewerkschaften zurückgezogen. Für Alitalia gebe es jedoch keine Alternative zu einem Angebot der insgesamt 16 italienischen Geschäftsleute, sagte der Ministerpräsident.

Doch es naht ungewöhnliche Hilfe: In Italien ist von einer möglichen unerwarteten Hilfe für Alitalia aus Südamerika die Rede. Das Blatt "Corriere della Sera" berichtete, die Fluggesellschaft Aserca aus Venezuela könnte der Fluggesellschaft zur Seite springen. "Mit Hilfe der sozialistischen Regierung der Republik Venezuela können wir sicher einen guten Teil der Probleme lösen, die in diesem Moment Alitalia und alle seine Arbeitnehmer belasten", zitierte die Zeitung aus einer Mitteilung von Staatspräsident Hugo Chavez. Die kommunistische Partei in Italien, PRC, soll das Angebot bereits begrüßt haben.

Am Mittwoch traf einer von Berlusconis engsten Gefolgsleuten den Chef der Investorengruppe. "Es ist zu viel von Optimismus zu sprechen, aber man könnte sagen, dass die Hoffnung wieder auflebt", sagte der italienische Verkehrsminister Altero Matteoli nach dem Treffen. Mit ins Spiel brachte Berlusconi auch wieder große europäische Fluggesellschaften. Lufthansa, Air France-KLM und British Airways wären gute Minderheitsaktionäre für das Unternehmen. Zudem seien auch andere ausländische Airlines an einer Minderheitsbeteiligung interessiert. Die Lufthansa wollte die Aussagen nicht kommentieren. In den vergangenen Monaten hatten sich die drei größten europäischen Fluggesellschaften zurückgehalten und betont, das Unternehmen müsse eine umfassende Sanierung durchlaufen.

Doch die Zeit drängt - die nationale Flugbehörde hat Alitalia eine Frist bis Donnerstag gesetzt. Bis dahin muss ein neuer Rettungsplan für die Airline auf dem Tisch liegen, sonst droht der Verlust der Betriebserlaubnis. Das endgültige Aus für das Unternehmen würde mehr als 19.000 Beschäftigte treffen und eine Schlappe für Berlusconi bedeuten. Er war im Mai mit dem Versprechen angetreten, Alitalia zu retten.

Reuters / Reuters