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Lufhansa: Piloten weiten Streiks auf Langstreckenflüge aus

Ein Streik folgt auf den nächsten: Nach den Lokführern legen bei der Lufthansa die Piloten ihre Arbeit nieder. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden auch Interkontinentalflüge bestreikt.

Im Streit um die Frührente für Piloten erhöht die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit den Druck auf die Lufthansa: Passagiere müssen sich am Dienstag nicht nur auf Kurz- und Mittelstrecken, sondern nun auch auf Langstrecken auf Streiks einstellen. Bereits ohne die Interkontinentalflüge musste die größte deutsche Fluggesellschaft ab Montagmittag rund 1450 Verbindungen streichen, nun muss sie noch mehr umplanen.

Die Gewerkschaft forderte die Flugkapitäne auf, Flüge mit Maschinen vom Typ Airbus A380, A340 und A330 sowie Boeing 747 zwischen 06.00 Uhr und 23.59 Uhr nicht stattfinden zu lassen.

Lufthansa "provoziert" Streik

Cockpit warf der Lufthansa in ihrer Erklärung vom Montagmorgen erneut vor, die Arbeitsniederlegungen "provoziert" zu haben. Die Gewerkschaft forderte die Lufthansa auf, "ihre Blockadehaltung aufzugeben" und ihren "Beitrag zur Beilegung des Tarifkonflikts zu leisten".

Die Lufthansa reagierte überrascht auf die Ausweitung des Pilotenstreiks. Die zweite Streikankündigung sei für das Unternehmen "eine genauso neue Information wie für die Öffentlichkeit", teilte sie mit. Die Lufthansa hielt aber daran fest, bis zum Mittag einen Sonderflugplan für Dienstag veröffentlichen zu wollen. Sie hatte angekündigt, auf Kurz- und Mittelstrecken etwa 700 der rund 2150 geplanten Flüge zwischen Montagmittag und Dienstagnacht sicherzustellen.

Tickets können umgebucht oder storniert werden

Betroffen von den Ausständen sind Verbindungen der Muttergesellschaft, nicht aber der zur Lufthansa Group gehörenden Airlines Germanwings, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Swiss und Air Dolomiti. Kunden, deren Flug streikbedingt gestrichen wird, können kostenfrei umbuchen oder stornieren. Tickets für innerdeutsche Flüge können in eine Bahnfahrkarte umgewandelt werden.

Hintergrund der Streiks ist ein Streit über die sogenannte Übergangsversorgung, die es bislang noch etwa jedem zweiten Piloten des Konzerns erlaubt, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze anheben, Cockpit lehnt dies ab. Für etwa 4600 der rund 10.000 Piloten gilt nach Angaben des Unternehmens bereits eine Altersgrenze von 60 Jahren.

nik/Reuters/AFP / Reuters