Luxusautos Inder kaufen Jaguar und Land Rover


Das globale Karussell auf dem Automarkt dreht sich kräftig: Der amerikanische Autobauer Ford verkauft seine britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover an den indischen Konzern Tata. Amerikaner und Inder wollen auch nach dem Deal zusammenarbeiten.

Die traditionsreichen britischen Automarken Jaguar und Land Rover kommen in indische Hände. Der US-Autohersteller Ford teilte mit, die Luxusmarken für 2,3 Milliarden Dollar an die indische Tata Motors zu verkaufen. Ford besitzt Jaguar seit 1989 und hatte Land Rover 2000 von BMW erstanden. Der zweitgrößte US-Autokonzern kämpft aber seit längerem mit sinkenden Umsätzen in den USA und hatte deshalb bereits angekündigt, Jaguar und Land Rover an die Inder zu verkaufen, um dadurch schneller wieder in schwarze Zahlen zu kommen. Dennoch kommt Ford der Einstieg insgesamt teuer zu stehen: Für Jaguar hatte der US-Konzern 1989 umgerechnet rund 3,2 Milliarden Dollar gezahlt, für Land Rover 2,7 Milliarden Dollar.

Tata galt wegen seiner Größe, seiner Erfahrungen mit Übernahmen und seiner Vertrautheit mit dem britischen Markt als Favorit. Auch die britischen Gewerkschaften von Ford hatten sich für Tata ausgesprochen. Um die Luxusmarken hatten zunächst auch der indische Tata-Rivale Mahindra & Mahindra und die private US-Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners geworben.

Als Teil der Vereinbarung wird sich Ford mit 600 Millionen Dollar an den Pensionsfonds für die Arbeiter bei Jaguar und Land Rover beteiligen. Im Gegenzug verpflichte sich Tata, weiterhin Teile von Ford zu kaufen.

Tatas billigstes Auto der Welt

Tata hatte zuletzt im Januar international Aufsehen erregt, als der Konzern das billigste Auto der Welt vorstellte. Der Kleinwagen "Nano" kostet umgerechnet etwa 1700 Euro. Tata hatte den "indischen Volkswagen" für die breite Bevölkerung bereits vor fünf Jahren angekündigt. Mittelfristig will das Unternehmen rund eine Million der einfach ausgestatteten viersitzigen Kleinwagen verkaufen.

Tata Motors gehört zur Tata-Gruppe, die knapp 100 Firmen mit insgesamt 290.000 Beschäftigten umfasst. Die Gruppe verdient ihr Geld unter anderem mit Autos, Stahl, Software, Energieversorgung, Kommunikation und Chemie. Das Unternehmen ist eine der ältesten und traditionsreichsten Marken Indiens. Der rasch expandierende Gigant ist seit Jahren auf Einkaufstour. Im vergangenen Jahr hatte zum Beispiel Tata Steel den britisch-niederländischen Stahlkonzern Corus für rund 9,4 Milliarden Dollar gekauft.

Tata hat auch Anteile an anderen Fahrzeugherstellern

2004 hatte Tata Motors den koreanischen Nutzfahrzeug-Hersteller Daewoo übernommen. Tata besitzt zudem Anteile an dem spanischen Busproduzenten Hispano Carrocera und ist unter anderem über verschiedene Gemeinschaftsunternehmen mit dem italienischen Fiat-Konzern sowie der thailändischen Firma Thonburi Automotive verbunden.

Tata Motors erzielte im Geschäftsjahr 2006/2007 (31. März) einen Jahresumsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Daimler ist mit 6,64 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, eine Zusammenarbeit in der Produktion gebe es mit dem Konzern aber nicht, verlautete es aus dem Unternehmen. Der Stuttgarter Automobilzulieferer Bosch wird für den Nano die Einspritztechnik für Motoren sowohl für Benziner als auch für den Diesel liefern. Gleichzeitig steuert Bosch Bremssysteme und Teile der Autoelektrik beisteuern.

DPA/Reuters DPA Reuters

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