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Mannesmann-Prozess: Schluss, aus, vorbei!

Geld macht glücklich - zumindest die Angeklagten im Mannesmann-Prozess. Dieser wird gegen eine Millionen-Zahlung eingestellt, entschied nun das Gericht. Deutsche-Bank-Chef Ackermann und die Mitangeklagten bleiben straffrei.

Das Verfahren gegen den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, und die fünf anderen Angeklagten im Mannesmann-Prozess wird gegen die Zahlung eines Millionen-Betrages eingestellt. Das teilte die 10. Strafkammer des Düsseldorfer Landgerichts am Mittwoch mit. Damit wird das spektakulärste deutsche Wirtschaftsstrafverfahren fast sieben Jahre nach der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone vorzeitig beendet. Die Angeklagten mussten sich wegen des Vorwurfs der schweren Untreue oder Beihilfe dazu verantworten, da sie Prämien und Abfindungen von insgesamt 57 Millionen Euro gewährt oder angenommen hatten.

Richter Stefan Drees übernahm die von der Staatsanwaltschaft am Freitag für die Einstellung beantragten Geldauflagen in Höhe von insgesamt 5,8 Millionen Euro. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der als Mitglied des Mannesmann-Aufsichtsrats die umstrittenen Prämien und Abfindungen mit gebilligt hatte, muss 3,2 Millionen Euro zahlen. Den mit 1,5 Millionen Euro zweithöchsten Betrag muss Esser zahlen. Er hatte im Zuge der Übernahme eine Prämie von 16 Millionen Euro erhalten.

Sind die Angeklagten mit 5,8 Millionen Euro zu billig weggekommen?

In einem ersten Prozess in Düsseldorf waren die Angeklagten 2004 freigesprochen worden, obwohl das Gericht Verstöße gegen das Aktienrecht sah. Ende vorigen Jahres hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in der Revision das Urteil aufgehoben. Er sah den Straftatbestand der Untreue erfüllt und ordnete an, den Fall neu aufzurollen.

Deutsche Bank begrüßt Entscheidung

Drees betonte, durch das BGH-Urteil seien bedeutsame und über das vorliegende Strafverfahren hinaus relevante Rechtsfragen beantwortet worden. Die Bedeutung dieses Urteils werde durch die Entscheidung der Kammer in keiner Weise in Frage gestellt. Ungeachtet der "richtungsweisenden Entscheidung" des BGH seien zwar Fragen zum Fall Mannesmann offen geblieben, diese seien jedoch innerhalb eines "überschaubaren Zeitraums" nicht rechtskräftig zu klären gewesen. Eine solche Klärung wäre aber im Interesse der Öffentlichkeit nicht unbedingt nötig gewesen, weil es um Punkte gegangen sei, die nicht von allgemeiner Bedeutung seien.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat die Einstellung des Mannesmann-Verfahrens begrüßt. Durch die Einstellung sehe sich der Aufsichtsrat in seiner Sicht bestätigt, dass der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann bei der Wahrnehmung seines Mannesmann-Aufsichtsratsmandates "jederzeit korrekt und sachgemäß" gehandelt habe, teilte das Kontrollgremium der Frankfurter Bank am Mittwoch mit. Aus Sicht des Aufsichtsrats entlastet Ackermann durch seine Bereitschaft zur Einstellung die Deutsche Bank von einem möglicherweise langwierigen Verfahren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig machte deutlich, dass Ackermann nun "mit voller Kraft" den Kurs der Bank weiterführen werde.

DPA/DDP / DPA