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Elektronikhändler: Die Geschäfte laufen schlecht für Media Markt und Saturn

Wer neue Technik wollte, ging lange zu Media Markt und Saturn. Doch mittlerweile sind die Elektronikhändler ins Straucheln geraten. Die Gewinne sinken, die Aktie bricht ein. Das große Filialnetz, das einst das große Plus war, wird immer mehr zur Belastung.

Das Geschäft wird härter für Saturn und Media Markt

Das Geschäft wird härter für Saturn und Media Markt

DPA

Vor wenigen Tagen platzten die Filialen von und Media Markt aus allen Nähten. Hunderte Menschen drängelten sich um die Ausstellungstische, legten Hand an neue Smartphones oder ließen sich beim Fernseher-Kauf beraten. Die Schlangen vor den Kassen waren lang, die Einkaufskörbe voll. Grund für den zahlreichen Besuch war die jüngste Mehrwertsteuer-Aktion, bei der man 16 Prozent Rabatt auf fast alle Geräte bekam.

So eine Aktion ist gut, um die Leute mal wieder in die Läden zu locken. Doch Gewinn machen die Händler bei solchen Rabatten kaum. Immerhin wird das Lager etwas leerer.

Media Markt und Saturn: Die Gewinne gehen zurück

Solch ein Andrang war die Ausnahme. Denn insgesamt laufen die Geschäfte für Media Markt und Saturn, die beide unter der neuen Holding-Firma (Reste der Metro) zusammengefasst sind, nicht besonders gut. Eigentlich wollte das Unternehmen am 25. Oktober die vorläufigen Umsatzzahlen für das vierte Quartal bekanntgeben. Doch die Zahlen sind so schlecht, dass das Unternehmen nun in die Offensive ging: Erneut musste die Firma erklären, dass die Gewinne niedriger ausfallen als man vorhergesagt hatte.

Der Gewinn dürfte bei 400 Millionen Euro liegen, im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr blieben noch 494 Millionen hängen. Noch vor wenigen Monaten sprach das Management von einem Rückgang des Vorsteuerergebnisses auf 490 bis höchstens 460 Millionen. Unterm Strich könnte am Ende sogar ein rotes Minus stehen.

Ein Problem der ganzen Branche

Das Problem für die Anleger: Es handelt sich bei den schlechten Quartalszahlen um keine temporäre Schwäche. Es sind generell harte Zeiten für die Elektronikhändler, die auf ein breitgestreutes in den Fußgängerzonen setzen. Der Preisdruck durch die agilen Internethändler wird immer größer, und viele Konzerne reagieren nicht ausreichend auf die neuen Marktbedingungen - dazu zählen auch Media Markt und Saturn. Die Mieten für die Filialen sinken jedoch nicht. Die vielen Quadratmeter an Ausstellungsfläche, die früher hohe Umsätze garantierten, werden immer mehr zur Belastung.

Zudem kauften die Deutschen in diesem Sommer weniger Technik, der Fernseher-Absatz blieb hinter den Erwartungen zurück. Das frühe WM-Aus dürfte seinen Anteil daran gehabt haben. Wer jetzt ein TV-Schnäppchen ergattern will, sollte auf diese Punkte achten.

Saturn hat keinen erkennbaren Kurs

Am Ende stellt sich die Frage, ob sich das Geschäftsmodell der Elektroniktempel in deutschen Innenstädten ein Stück weit überlebt hat. Die Anleger haben diese Frage bereits für sich beantwortet: Angesichts der desaströsen Zahlen haben viele ihre Anteile sofort verkauft. Der Aktienkurs der Ceconomy Holding rauschte dementsprechend erstmal in den Keller.

Dem "Handelsblatt" zufolge soll es vor allem bei Saturn turbulent zugehen. Im Sommer verließen mehrere hochrangige Mitarbeiter das Unternehmen, unter anderem Saturn-Chef Carsten Strese und Finanzchef Thomas Wünnenberg. Einen erkennbaren Kurs hat das Unternehmen trotzdem nicht eingeschlagen.

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