MEDIEN Viva goes print


Ab diesem Sonntag wird der erfolgreiche Musiksender auch in den Printbereich vorstoßen und mit einer ständigen, 8-seitigen Beilage »Viva BamS« in der Bild am Sonntag erscheinen.

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender der Viva Medien AG kann zufrieden sein: Nach einem Jahr am Kapitalmarkt hat sein Unternehmen bewiesen, wie viel Pop im Markt steckt. Während die Konjunktur- und Börsenflaute viele Medienfirmen in die Knie zwang, hielt sich die Viva-Aktie erstaunlich gut. Der Ausgabekurs von 17 Euro fiel zwar auf 11 Euro, aber angesichts des Börsenumfeldes ist das recht wacker.

Die Medienkette schließt sich

Doch mit dem Beweis, dass »Viva mehr ist, als nur ein Musiksender mit Sitz in Köln«, will Gorny sich nicht zufrieden geben. Auf seiner quasi-Hausmesse Pop.Komm verkündete er den nächsten Streich: »Viva goes print«. Schon diesem Sonntag wird erstmals in der »Bild am Sonntag« (BamS) mit einer Millionenauflage »Jugendfeeling und journalistische Kompetenz« unter dem Namen »Viva BamS« erscheinen. Zum Start sogar die ersten beiden Male mit jeweils 12 Seiten, später dann mit acht bunten Seiten.

BamS freut sich auf Zielgruppenerweiterung

BamS-Chef Claus Strunz lobt die Zusammenarbeit in den höchsten Tönen. Dazu hat er aber auch allen Grund, denn das gute alte Sonntags-Flagschiff kann von dieser Konstellation nur profitieren. So gibt Strunz auch klar zu: »Natürlich wollen wir mit dieser Zusammenarbeit auch den geschichtlich aufgeladenen Begriff 'Springer-Presse' bei der jungen Generation auflösen.« Ebenso willkommen dürfte ihm eine Erweiterung seiner bisherigen Zielgruppe sein, denn was der BamS bitter fehlt sind weibliche ? und vor allem junge ? Leser.

Flotte Medienhochzeit

Doch auch Viva-Chef Gorny hat Grund zur Freude: »Die Zusammenarbeit mit der BamS sehe ich als Hochzeit von analog und digital mit gesicherter Auflage.« Flitterwochen und Ehealltag werden dann in Hamburg stattfinden. Beim »Premiumtitel am Sonntag« (Strunz) wird Viva ein integraler Bestandteil ? das heißt auch, dass die gleichen redaktionellen Richtlinien gelten, wie auch für den Printtitel. Dabei werfen beide Partner in die Waagschale, was sie jeweils besser können, als ihre Konkurrenten. BamS die große Textredaktion, Viva das Gespür für junge Trends und das Leben am Puls der Musikszene.

Homestory von Britney Spears

Das gemeinsame Projekt »Viva BamS« segelt dabei in Hamburg unter der Flagge des Leute-/Unterhaltung-/Starressorts. Laut Strunz werden von den rund 30 Redakteuren wahrscheinlich ca. 2 ? 3 an Viva-Inhalten arbeiten ? zusätzlich zu dem frisch installierten Viva-Redakteur. Die Erstausgabe geht mit einer exklusiven Homestory von Britney Spears neuer Bleibe an den Start. Außer einem kontroversiellen Missy Elliott-Interview (»Whitney Houston ist eine Schlampe«) bietet die neue Teenie-Postille Mainstream-taugliches: Stargeflüster, Reportagen, Kinotipps, Musikcharts und CD-Tipps. Und natürlich multimediale Querverweise zu Viva-Chats.

Viva wird Netzwerk-Herzstück

Damit ist Dieter Gorny seinem erklärten Ziel wieder ein Stück näher, aus Viva ein europaweites Medienunternehmen zu machen ? auch wenn er ständig seine »Treue zum Standort Köln« beteuert. So wurde gerade die Viva-online Seite relauncht, und auch vor Radios macht Gorny nicht halt. »Wenn die Telekom ihre Masten aufgestellt hat«, wird es auch Viva-Radio gaben. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Telekom ab, aber es wird mit Spätherbst gerechnet, Zeit genug für Gorny daraus ein hübsches Weihnachtspaket für die Konkurrenz zu schnüren.

Es bleibt bei der totalen Expansion

Und so wird es ? nach Gornys Willen ? immer weitergehen: »Den Gründerrausch kann man (zwar) nicht auf Dauer durchhalten«, meint der Mediengestalter. Aber man kann durchaus auf Basis der kompletten Medienkette TV-Online-Print-Radio die Expansion in Europa weiter treiben. Für Gorny ist Viva sowieso schon auf dem Weg zum Network-Herzstück, und so kann er seine Freude auch nicht ganz verhehlen, es wieder einmal allen gezeigt zu haben ? nicht zuletzt den Journalisten, mit denen ihn manchmal eine Art Hassliebe verbindet.

Karin Spitra

Mitarbeit: Sohad Khaldi


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