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Medienbericht zur Sicherheit bei Deutscher Bahn ICE-Gleise mit Holzklötzen ausgebessert


Eine Schiene soll mit Holzklötzen gesichert worden sein: Einem Medienbericht zufolge hat die Bahn vielfach gegen Sicherheitsanforderungen verstoßen. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Mit etwa 200 Kilometern pro Stunde rast ein ICE über die Gleise bei Karlsruhe. Neun Monate lang soll die Bahn auf dieser Strecke eine gebrochene Schiene notdürftig mit unterlegten Holzklötzen gesichert haben. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) wurde erst darauf aufmerksam, als sich Anwohner 2013 wegen des Lärms beschwerten. Das deckte der SWR bei Recherchen für die "betrifft"-Dokumentation "Die Methode Bahn – Preise rauf, Angebote runter" auf. Nimmt die Bahn billigend Mängel in Kauf, um zu sparen?

Rund 100 "schwerwiegende" Sicherheitsmängel

Laut SWR habe die Bahn kein sicherheitsrelevantes Problem gesehen. Das Bundesamt schritt jedoch ein, Züge mussten daraufhin auf diesem Teil der Strecke auf 40 Kilometer pro Stunde herunterbremsen. Es handelt sich dabei aber offenbar keinesfalls um einen Einzelfall: Vielmehr habe das EBA nach SWR-Angaben innerhalb von zwei Jahren viele Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen festgestellt. Demnach deckte die Behörde zwischen 2012 und 2014 rund 100 "schwerwiegende Verletzungen von Sicherheitsanforderungen" durch die Deutsche Bahn auf. Das gehe aus sieben Aktenordnern mit 81 Verwaltungsverfahren und 49 amtlichen Bescheiden vor.

Bahn weist Vorwürfe zurück

Die Deutsche Bahn hat Vorwürfe zurückgewiesen, Defekte im Schienennetz nicht immer schnell genug zu beheben. Das Unternehmen erklärte, das Eisenbahnbundesamt habe im genannten Zeitraum 111 Bescheide mit Sofortvollzug verhängt. Diese seien gemäß der zeitlichen Vorgaben der Behörde umgesetzt worden oder die Bahn sei dabei, dies zu tun. In einer Mitteilung an den SWR betonte das Unternehmen, die DB Netz AG habe mit durchschnittlich 1,4 Milliarden Euro pro Jahr in den vergangenen Jahren deutlich mehr Eigenmittel für die Instandhaltung aufgewendet als die mit dem Bund in der sogenannten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung festgelegten Summe von einer Milliarde Euro.

fme/DPA DPA

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