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Milchbauern: "Besser wenig Geld als gar keines"

Supermarktketten versuchen, mit ihrer Marktmacht die Preise für Milchprodukte niedrig zu halten. Bauernverbände kontern mit Boykottdrohungen und mahnen, die Bauern stünden mit dem Rücken zur Wand. Die Betroffenen selbst halten von den Boykottplänen wenig. stern.de hat Milchbauern besucht.

Von Thomas Krause

Der Hof am Curslacker Deich in Hamburg wirkt auf den ersten Blick zu gepflegt, als würde er noch landwirtschaftlich genutzt. Das Fachwerk des geräumigen Bauernhauses ist weiß gestrichen, vor dem Haus stehen Autos statt Traktoren. Doch die Zweifel schwinden, wenn Jochen Quast mit kräftigen Schritten über seinen Hof eilt. Seine Füße stecken in Gummistiefeln, Schirmmütze, Latzhose und ein Karohemd komplettieren seine Arbeitskleidung. Der 43-Jährige mit den kräftig grünen Augen und dem Schnauzbart betreibt einen der Bauernhöfe, auf denen Milch produziert wird und auf deren schwierige Lage der Deutsche Bauernverband und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) momentan verstärkt aufmerksam machen - wie etwa mit einem Boykottaufruf gegen die Supermarktketten Aldi, Lidl, Rewe und Edeka.

Die Unternehmen hatten ihre Preise für Milchprodukte Anfang der Woche um bis zu 18 Prozent gesenkt und damit die Molkereien unter Druck gesetzt. "Etwa 52 Prozent der in Deutschland produzierten Trinkmilch landet in den Regalen der Discounter", sagt Runa Mosel, Fachreferentin Milch beim Deutschen Bauernverband. Damit erwächst den Einzelhandelsketten eine enorme Marktmacht, die sie für die Preissenkungen nutzen. Wollen die Molkereien mit den Supermarktketten im Geschäft bleiben, können sie den Bauern weniger für Milch zahlen.

Nun steht Quast vor dem offenen Tor seines Kuhstalls und redet sich über die Milchpreise ein wenig in Rage: "Dass ein Liter Cola im Supermarkt teurer ist als ein Liter Milch, zeigt doch schon seit langem, dass etwas falsch ist", sagt Quast. 50 Kühe hat der Landwirt in seinem Stall, die am Tag 1300 Liter Milch geben. Alle zwei Tage fährt der Tankwagen einer Molkereigenossenschaft vor und pumpt aus der Melkstation ab, was die Euter der Kühe in den vergangenen 48 Stunden hergegeben haben.

"35 bis 40 Cent pro Liter muss ich von der Molkerei bekommen, um mit dem Hof über die Runden zu kommen", sagt Quast. Bei 35 Cent hat der Durchschnittspreis 2007 gelegen. Vor allem, weil im Herbst die Milchpreise bis auf 47 Cent pro Liter Rohmilch gestiegen sind. "Seit Jahren haben wir immer weniger Geld für unsere Milch bekommen. Nun war die Situation mal für ein halbes Jahr besser, und schon drohen die Preise wieder zu verfallen", sagt Quast. Er macht aber weniger die Discounter, als den Weltmarkt dafür verantwortlich. "Letztes Jahr hat es auch wegen einer Dürre in Australien zu wenig Milch auf dem Weltmarkt gegeben", sagt Agnes Scharl, Pressereferentin beim Deutschen Bauernverband. Dadurch sind die Preise gestiegen.

Die Folge: Die deutschen Bauern haben etwa 300.000 Tonnen Milch mehr produziert, als die Milchquote ihnen zugesteht. Diese Milch ist nun auf dem Markt und drückt den Preis. "Noch lauten die Prognosen, dass auch für 2008 der Durchschnittspreis für Milch bei 35 Cent pro Liter liegen wird. So recht glauben kann ich das aber nicht", sagt Quast, während seine Kühe hinter ihm sich genüsslich nach ihrem Kraftfutter strecken.

Bewusstseinswandel statt Boykott

Ob Quast einen Milch-Lieferstopp an die Discounter befürwortet? "Abgesehen davon, dass man ein Nahrungsmittel nicht einfach wegkippen sollte, stellt sich die Frage, ob und wie lange die Milchbauern sich das finanziell leisten können. Wenn es um die Existenz des Hofes geht, ist es immer noch besser, zu wenig Geld zu bekommen als gar keines", sagt Quast. Und eigentlich müsste kein Boykott her, sondern ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft. "Für gute Nahrungsmittel sollten die Menschen auch bereit sein, einen guten Preis zu zahlen", sagt Quast. Dass dieser Wandel tatsächlich eintritt, glaubt er aber nicht. "Letztendlich werden die Landwirte nur billiger Milch produzieren können, wenn sie größere Stückzahlen Vieh halten und ihren Betrieb stärker automatisieren. Dieser Trend wird sich sicherlich in den nächsten Jahren fortsetzen."

Ortswechsel. Ein Ausflug in die Provinz. In Bevern, einem Dorf im niedersächsischen Landkreis Rotenburg/Wümme, kündigen neonfarbene Plakate den "Tanz in den Mai" mit Cola-Korn für einen Euro an. Hier lebt ein Landwirt, der dem Trend zu Größe und Automatisierung schon gefolgt ist: Marc Benninghoff. Einige hundert Meter von der Durchfahrtsstraße entfernt liegt der Hof des 36-Jährigen und seiner Familie. Drei Jahre ist es her, dass er einen neuen, fast 4000 Quadratmeter großen Kuhstall gebaut und seine Herde von 100 auf über 400 Kühe vergrößert hat. Inzwischen beschäftigt er 9 Angestellte. Fast anderthalb Millionen Euro hat der dunkelblonde Landwirt investiert - die sich aber gelohnt haben. "Selbst die Kühe, die wir schon hatten und die nur aus dem alten Stall in den Neubau umgezogen sind, haben mehr Milch gegeben", sagt Benninghoff und steht sichtlich zufrieden vor dem rotbraunen Gebäude.

Tiere in Gruppen eingeteilt

Nur wenige Meter entfernt steht die Melkstation des Hofes. 32 Kühe können hier gleichzeitig gemolken werden. Anders als bei Landwirt Quast kommen die Tiere von Benninghoff aber drei- statt zweimal am Tag an die Melkmaschine – die ersten schon morgens um 4.30 Uhr. Die Kühe tragen einen Chip, mithilfe dessen eine Software die Tiere identifiziert und sind in Gruppen eingeteilt. So ist gewährleistet, dass alle Kühe in einem gleichmäßigen Rhythmus gemolken werden. 13.500 Liter Milch geben die Tiere am Tag, alle zwei Tage fährt der Tanklaster einer Molkerei vor und pumpt bis zu 28.500 Liter aus dem Milchtank des Hofes ab.

"Wir haben nur etwa 28 Cent Produktionskosten pro Liter Milch", sagt Benninghoff und liegt damit fast sieben Cent pro Liter unter den Kosten, die Landwirt Quast entstehen. Obwohl er also einen niedrigeren Milchpreis besser verkraften könnte als der Hamburger, steht er den Preissenkungen der Discounter kritisch gegenüber: "Es ist schon etwas komisch: Im Herbst waren die Milchpreise außergewöhnlich hoch, und nur acht Wochen später ist der Markt angeblich überschwemmt. Ich denke, der Handel versucht, die Situation auszunutzen", sagt Benninghoff. An einen erfolgreichen Lieferstopp für Milchprodukte an die Supermärkte glaubt er dennoch nicht. "Von der Sache her fände ich ihn gar nicht schlecht, aber dazu müssten alle deutschen Landwirte mitmachen. Und da bin ich skeptisch", sagt Benninghoff.

Düstere Prognose

Vor allem finanzielle Gründe dürften für viele Bauern gegen einen Boykott sprechen. Auf dem Hof von Benninghoff wird täglich Milch im Wert von etwa 4000 Euro produziert. Würde der Landwirt zwei Wochen lang seine Milch nicht ausliefern, landeten mit der Milch knapp 60.000 Euro in der Gülle. Zwar haben die meisten Betriebe weniger Vieh als der Beverner, wegen der höheren Produktionskosten wäre ein Boykott für die kleineren Betriebe noch bedrohlicher für die Existenz. Und die hatten schon in der Vergangenheit damit zu kämpfen, dass die Preise für Energie, die für Melkmaschinen und die Kühlung der Milch benötigt wird, deutlich gestiegen sind. Gleichzeitig haben mit den Getreidepreisen auch die Preise für Kraftfutter angezogen. Benninghoffs Prognose fällt daher düster aus: "Wenn der Milchpreis ein Jahr lang unter 30 Cent pro Liter liegt und die Futterkosten weiterhin steigen, wird es wohl für die Meisten bedrohlich." Eine Einschätzung, die man beim Bauernverband teilt: "Ein Milchpreis von um die 30 Cent ist für viele Landwirte Existenz bedrohend", sagt Scharl. "Wir fordern deshalb schon lange Kosten deckende Preise für Milchprodukte."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(