Mitfahrzentralen Bahnfahrer steigen um

Der bevorstehende Bahnstreik führt zu einem Ansturm auf die Mitfahrzentralen. Die Nachfrage übersteigt längst das Angebot. Und vielleicht werden die Umsteiger in Zukunft aus der Not eine Tugend machen. Denn das Mitfahren ist eine umweltfreundliche und billige Alternative zur Zugfahrt.

Angesichts des bevorstehenden Bahnstreiks wenden sich immer mehr Menschen an die Mitfahrzentralen in deutschen Großstädten und bemühen sich um Alternativen zur Bahnreise. Die Suchanfragen seien in den vergangenen Tagen um bis 20 Prozent gestiegen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Mitfahrzentralen in Deutschland und Europa, Hans Ludwig Klaus, auf AP-Anfrage. Auch die Arbeitgemeinschaft Deutscher und Europäischer Mitfahrzentralen (ADM) hat nach Angaben der Geschäftsstelle zuletzt einen Anstieg der Nachfragen zu bewältigen.

Zwei Drittel günstiger als Bahnfahrten

Die Zahl der Nachfrager übertrifft laut Klaus die Zahl derjenigen, die bereit sind, einen Fahrgast mitzunehmen. Zu den Interessenten gehörten in diesen Tagen aber nicht nur die übliche Kundschaft wie Studenten, die von A nach B gelangen wollten, sondern auch Geschäftsleute, die gezielt Fernverkehrsrouten alternativ zur Bahn suchten.

Laut Klaus sind Mitfahrzentralen um zwei Drittel günstiger als Bahnfahrten: So koste eine einfach Fahrt von Köln nach Berlin 31 Euro. Der Betrag setze sich aus einer Vermittlungsgebühr und einer Beteiligung an den Kosten des Fahrers zusammen. Auch der ADAC sieht in Mitfahrzentralen eine gute Möglichkeit, den Folgen des Bahnstreiks zu trotzen. "Da haben beide Beteiligte etwas davon", sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Einerseits komme jemand ohne Auto und Bahnticket an sein gewünschtes Ziel. Auf der anderen Seite bekomme der Fahrer einen Teil seiner Spritkosten ersetzt.

In rechtlicher Hinsicht müssen sich Interessenten nach Einschätzung Maurers kaum Gedanken machen. Komme es zu einem vom Fahrer verursachten Unfall, falle der Mitfahrer unter dessen Versicherungsschutz. Ist ein anderer Verkehrsteilnehmer für den Unfall verantwortlich, müsse wie sonst auch die Versicherung des Verursachers für die Folgen geradestehen.

AP AP

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