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Mobilcom: Streithähne finden ein Ende

Die jahrelange Auseinandersetzung zwischen Mobilcom und Firmengründer Gerhard Schmid endete mit einem Kompromiss: Beide Streitparteien verzichten auf ihre millionenschweren Forderungen. Jetzt nimmt Schmid France Telecom ins Visier.

Der Mobilfunkanbieter Mobilcom hat den jahrelangen Streit mit Firmengründer Gerhard Schmid beigelegt. Im Zuge des jüngst vereinbarten außergerichtlichen Vergleichs mit einem Großteil der Anfechtungskläger gegen die Fusion mit der Internettochter freenet.de sei auch ein Kompromiss mit Schmid gefunden worden, sagte der Mobilcom-Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt".

Größere Chance auf Klage gegen France Telekom

Beide Seiten verzichten dem Bericht zufolge auf gegenseitige Forderungen in Millionenhöhe. In dem Streit mit dem Mobilcom-Gründer und ehemaligen Firmenchef ging es um ein Aktienoptionsprogramm. Schmid bestätigte der "Welt" den Kompromiss. Er sagte, er habe jetzt den Rücken frei, um sich auf seine Schadenersatzklagen gegen France Telecom zu konzentrieren. Durch die vor dem Flensburger Landgericht erreichte Einigung seien die Aussichten für eine erfolgreiche Klage gegen den ehemaligen französischen Hauptaktionär von Mobilcom gestiegen.

France Telecom hatte im März 2000 für 7,3 Milliarden Mark 28,5 Prozent von Mobilcom übernommen. Gemeinsam wollten beide Unternehmen ein eigenes UMTS-Netz in Deutschland aufbauen. Der französische Konzern hatte sich jedoch später aus dem Vorhaben zurückgezogen. Mobilcom war in der Folge nur knapp an der Pleite vorbeigeschrammt. Im Mai 2005 verkaufte France Telecom 27,3 Prozent der Anteile an die US-Beteiligungsgesellschaft Texas Pacific Group.

Außergerichtliche Einigung

Schon am 17. August hatte Mobilcom über eine außergerichtliche Einigung mit 15 von 24 Klägern berichtet, die gegen eine Verschmelzung mit der Tochter freenet.de waren. Über die verbleibenden Klagen will das Landgericht Kiel am 22. September entscheiden.

DDP / DDP