Nach Abwrackprämie Pkw-Neuzulassungen steigen - noch


Im September hat es noch einmal ein sattes Plus beim Autoabsatz gegeben - obwohl die Abwrackprämie Anfang des Monats ausgelaufen ist. Freie Kfz-Händler spüren jedoch schon jetzt den Wegfall der Prämie, und Auto-Experten sagen schwere Zeiten für die Branche voraus.

Auch nach dem Auslaufen der Abwrackprämie Anfang September legt der Autoabsatz in Deutschland weiter zu. Die Zahl der Neuzulassungen sei im vergangenen Monat um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 316.000 gestiegen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag in Frankfurt mit. Auch gegenüber dem Vormonat August verzeichnete die Industrie ein deutliches Plus von 15 Prozent.

Zuvor hatte bereits der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg von einem Anstieg von rund 20 Prozent berichtet. Damit seien in den ersten neun Monaten 2009 weit mehr als 20 Prozent mehr Neuwagen zugelassen worden als im Vorjahreszeitraum. Mit dem Betrag von insgesamt fünf Milliarden Euro hatte die Bundesregierung den Kauf von zwei Millionen Neu- und Jahreswagen bezuschusst.

"Im September wächst der Absatz nach Ferienende immer, und zudem wirkt sich die Prämie noch positiv aus", sagte ein VDIK-Sprecher. So hätten viele Käufer ein Auto bestellt und den Prämienantrag eingereicht, das Auto sei aber noch nicht ausgeliefert. Der Markt stehe wegen dieses Folgeeffekts nicht schlecht da, auch wenn die Händler bereits über wegbrechende Verkäufe nach dem Ende Prämie klagten.

Dudenhöffer erwartet Rabattschlacht im Frühjahr

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass die Autohändler über einen massiven Absatzeinbruch klagten. Das Blatt meldete unter Berufung auf den Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK), der Neuwagenverkauf sei im September um rund 50 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Der BVfK-Vorsitzende Ansgar Klein sagte der Zeitung: "Der Absatz liegt rund die Hälfte niedriger als im August. Wir haben ein absolutes Nachfrageloch bei kleinen und preiswerten Autos."

Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen wies die Zahlen zurück. "Freie Kfz-Händler sind eine unbedeutende Händlergruppe, die für deutlich weniger als fünf Prozent der verkauften Neuwagen stehen und überwiegend das Geschäft mit Parallel-Importen aus EU-Ländern und Gebrauchtwagen betreiben", sagte der Automobil-Experte. Insbesondere der aktuelle Rückgang der Rabatte im deutschen Automarkt zeige, dass der Schwund bei den Auftragseingängen bisher weniger dramatisch sei als von den freien Händlern wahrgenommen. "Allerdings rechnen wir in den kommenden Monaten mit einem deutlichen Rückgang der Auftragseingänge, die insbesondere im Frühjahr eine neue Rabattschlacht im deutschen Automarkt auslösen", prognostizierte Dudenhöffer. 2010 dürfte die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland um eine Million Fahrzeuge sinken, als Folge der Abwrackprämie, erklärte er.

DPA/AP AP DPA

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