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Navigationssystem: EU schreibt Aufträge für Galileo neu aus

Die Europäische Union schreibt die milliardenschweren Aufträge für den Aufbau des Navigationssystems Galileo neu aus. Mit dem System wollen die Europäer eine ernsthafte Konkurrenz zum amerikanischen GPS aufbauen.

Die EU hat die Milliardenaufträge für den Bau des Satelliten-Navigationssystems Galileo neu ausgeschrieben. Die EU-Kommission und die Europäische Raumfahrtbehörde ESA veröffentlichten einen ersten Aufruf an interessierte Unternehmen, sich für das Projekt zu melden.

Innerhalb dieser Gruppe soll bis Oktober eine Auswahl getroffen werden, die erfolgreichen Bewerber müssen dann konkrete Angebote unterbreiten. Die EU-Kommission schätzt das Auftragsvolumen auf 2,1 Milliarden Euro. Für die Ausschreibung wurden die Aufträge in sechs Arbeitspakete aufgeteilt: Systemplanung, Bodeneinrichtungen, Kontrollsystem, Satellitenaufbau und Beförderung der Satelliten ins All. Bereits getätigte Investitionen wie die im Bau befindlichen Bodenkontrollzentren in Oberpfaffenhofen bei München und dem italienischen Fucino sollen im Vergabeverfahren berücksichtigt werden. Die EU-Kommission hofft, dass die Auftragsvergabe bis Mitte 2009 abgeschlossen ist.

Die Verträge für den Bau der vier ersten Galileo-Satelliten wurden bereits vor zwei Jahren an EADS Astrium vergeben, das über Standorte in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien verfügt. Neben EADS Astrium dürfte auch der Bremer Raumfahrtspezialist OHB versuchen, Aufträge für einen Teil der noch fehlenden 26 Satelliten an Land zu ziehen.

Galileo soll Mitte 2013 funktionsfähig sein. Ursprünglich sollte das Satelliten-Navigationssystem schon in diesem Jahr in Betrieb gehen, das zunächst mit dem Aufbau beauftragte Industriekonsortium überwarf sich jedoch mit der EU-Kommission und den EU-Verkehrsministern. Deshalb wurde die Neuausschreibung erforderlich.

AP / AP