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Neue Regeln für Telefonanbieter Aus für Warteschleifen und Knebelverträge


Ob kürzere Vertragslaufzeiten oder vereinfachter Anbieterwechsel - Telefonkunden sind ab sofort deutlich besser gestellt. Und das Telefonieren im Ausland wird billiger. Was sich noch alles ändert.

Gute Nachricht für Telefonkunden: Nach zahlreichen Verzögerungen tritt am Donnerstag eine ganze Reihe neuer verbraucherfreundlicher Regelungen in Kraft. Demnach wird unter anderem das Mitnehmen der alten Telefonnummer zu einem neuen Anbieter deutlich einfacher. Auf kostenlose Warteschleifen müssen die Verbraucher allerdings noch bis 2013 warten.

Vom 1. Juli an soll es für Verbraucher zudem billiger werden, in anderen EU-Ländern mit dem Mobiltelefon zu telefonieren, SMS zu verschicken oder im Internet zu surfen. Das EU-Parlament stimmte am Donnerstag für neue Preisobergrenzen. stern.de sagt, was sich für Telefonkunden ändert.

Anbieterwechsel


Wer zu einem anderen Telefonanbieter wechselt, darf maximal einen Kalendertag ohne Anschluss dastehen. Nimmt ein Verbraucher seine Rufnummer zum neuen Anbieter mit, darf diese ebenfalls höchstens einen Tag lang nicht erreichbar sein. Handykunden dürfen ihre Nummer künftig auch vor Ablauf ihres alten Vertrages zu einem neuen Anbieter mitnehmen.

Umzug


Bei Umzügen dürfen Telefonanbieter nicht, wie bislang oft üblich, die Mindestvertragslaufzeit neu beginnen lassen. Sie müssen den Anschluss in der neuen Wohnung stattdessen zu den alten Konditionen und mit der alten Laufzeit weiterführen. Ist der bisherige Anschluss am neuen Wohnort nicht verfügbar, erhalten Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von drei Monaten. Bislang waren sie hier auf die Kulanz der Anbieter angewiesen und mussten oft monatelang parallel am alten wie am neuen Wohnort zahlen.

Mindestvertragslaufzeit


Die anfängliche Mindestlaufzeit eines Vertrages darf künftig maximal 24 Monate betragen. Zudem sind Anbieter verpflichtet, auch Verträge mit einer Höchstlaufzeit von zwölf Monaten anzubieten.

Kostenkontrolle


Wie schon jetzt bei Festnetz-Rechnungen können Kunden künftig auch bei Handyverträgen einzelnen Posten widersprechen, ohne dass dies zu einer Sperrung des Anschlusses führen darf. Handybesitzer können außerdem die Zahlungsfunktion ihres Telefons komplett sperren lassen. Auch sollen sie bestimmte Vorwahlen - wie etwa die teuren 0900-Nummern - komplett sperren lassen können. Detaillierte Fragen zur Rechnung müssen Unternehmen künftig per kostenloser Hotline beantworten.

Roaminggebühren
Rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien sinken ab 1. Juli die Gebühren für grenzüberschreitendes Telefonieren und Internetsurfen per Handy in der EU - und zwar deutlich. Die entsprechende Neuregelung verabschiedete das Europaparlament in Brüssel. Für Anrufe per Handy ins EU-Ausland darf die Gebühr ab Juli nicht mehr als 29 Cent pro Minute betragen - bislang sind es 35 Cent. Wer einen Anruf aus einem anderen EU-Land entgegennimmt, zahlt künftig maximal acht Cent pro Minute (derzeit elf). Eine Kurzmitteilung darf statt elf nur noch höchstens neun Cent kosten. Bis Sommer 2014 sollen die Gebühren schrittweise weiter abgesenkt werden.

Deutlich günstiger wird auch das Datenroaming: Ab 1. Juli darf die Gebühr pro Megabyte nur noch 70 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer betragen. Für den deutschen Verbraucher ergibt dies einen Endpreis von 83,3 Cent. Bislang gab es für grenzüberschreitendes Datenroaming gar keine Obergrenze. Im Durchschnitt wurden rund rund drei Euro pro Megabyte fällig.

Warteschleifen
Die Wartezeit bei Hotlines muss vor einem Gespräch genauso wie eine neue Warteschleife bei Weitervermittlung kostenlos sein. Dies gilt bei Anrufen vom Festnetz und bei Telefonaten vom Handy. Betroffen sind alle Sonderrufnummern, die nach Dauer des Anrufs abgerechnet werden. Ausgenommen sind Nummern, die pauschal pro Anruf Geld kosten, sowie Hotlines mit einer Festnetz- oder einer Handynummer. Zudem müssen Kunden über ihre voraussichtliche Wartezeit und die Art der Abrechnung informiert werden. Verstößt eine Firma gegen die Regelungen, ist ein Bußgeld fällig. Kunden müssen für den Anruf dann gar nicht zahlen.

Übergangsfristen


Für die Warteschleifen-Regelung gilt eine Übergangsfrist. In drei Monaten müssen zwar die ersten zwei Minuten Wartezeit kostenlos sein, danach dürfen die Unternehmen aber noch kassieren. In einem Jahr sollen Kunden dann tatsächlich erst zahlen, wenn sie mit einem Mitarbeiter sprechen. Die Ansagen zu Kosten und Wartezeit sind im ersten Jahr auch noch nicht Pflicht.

Sparen bei Hotlines


Schon jetzt können Verbraucher bei Hotline-Anrufen sparen, indem sie die teuren Sonderrufnummern umgehen. Eine Liste mit alternativen Festnetznummern findet sich im Internet unter www.0180.info.

Internetanschluss


Anbieter schneller Internetanschlüsse müssen künftig nicht nur die selten erreichte Höchst-, sondern auch die Mindestgeschwindigkeit angeben. Die Bundesnetzagentur darf zudem überprüfen, ob die Anbieter ihre versprochene Geschwindigkeit einhalten.

Ortungsdienste


Wird die Position eines Handys per Ortungsdienst bestimmt, muss darüber künftig jedes Mal eine SMS informieren. Bislang war dies nur alle fünf Mal notwendig. Zudem müssen Verbraucher der Nutzung eines Ortungsdienstes grundsätzlich schriftlich zustimmen.

Call-by-call


Wenn Kunden einen Anbieter per Vor-Vorwahl wählen, ist künftig eine Preisansage vor dem Gespräch Pflicht. Verbraucherschützer hatten immer wieder Abzocke durch plötzliche Tarifwechsel zu viel höheren Preisen beklagt. Diese Regelung tritt voraussichtlich ab August in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass den Anbietern mehr Zeit für die technische Umstellung gegeben werden muss.

pen/AFP/DPA DPA

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