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Mobilfunk: O2-Chef Markus Haas: Warum sich an den Funklöchern in Deutschland nichts ändern wird

Der Deutschlandchef von Telefónica, dem Mutterkonzern von O2, glaubt nicht, dass es in Deutschland überall Mobilfunk geben wird. Die Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht.

Telefonica-Deutschland-Chef Markus Haas

Telefonica-Deutschland-Chef Markus Haas

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In Großstädten und Ballungsgebieten ist das Netz für mobiles Telefonieren oder Surfen kein Thema. Doch je ländlicher die Regionen werden, um so größer können die Funklöcher werden. Und daran wird sich auch künftig wenig ändern, sagt nun Markus Haas, Chef von Telefónica Deutschland und somit Herr über das -Netz, zur "Welt am Sonntag". "Wir werden wahrscheinlich keine hundertprozentige Flächenabdeckung in Deutschland erreichen können", urteilt Haas.

Grund für die Funklöcher seien fehlende Antennen in Deutschland. Laut Haas gibt es ein paar Tausend zu wenig davon ."Das liegt zum Teil auch daran, dass Deutschland lange Zeit so skeptisch der Technologie gegenüber war", so Haas. Früher habe niemand eine Antenne in seiner Nähe haben wollen - die Auswirkungen würde auch er heute sehr genau spüren. "Heute werde ich fast angeschrien, wenn es keinen Empfang gibt", sagt Haas. 

O2 und das Netzproblem

Bei aufwendigen Test zum Mobilfunk in landet O2 regelmäßig hinter den beiden Branchengrößen Telekom und Vodafone. Erst im Sommer hatte der Telefónica-Konzernboss Jose Maria Alvarez-Pallete Besserung versprochen. Die Fusion der von O2 und E-Plus habe länger gedauert als gedacht. Inzwischen seien aber 80 Prozent der Arbeiten erledigt, so der Firmenlenker im Juni 2018. "Und da, wo wir fertig sind, haben wir das leistungsfähigste Netz in Deutschland. Bis Ende des Jahres wollen wir alle Arbeiten abschließen, dann werden alle sehen, wie potent das Netz ist", gibt sich der O2-Boss selbstbewusst. Zumindest in den Städten und Vorstädten. Auf dem Land könne man mit der Infrastruktur der Telekom auch künftig nicht mithalten, räumt Alvarez-Pallete ein.

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Dass Haas das Netzproblem verallgemeinert, überrascht nicht. Denn sein Unternehmen hat deutlich häufiger mit Netzaufall oder lahmen Mobilfunk zu kämpfen. "Ich bin langjährige O2-Kundin und seit Monaten so unzufrieden, wie lange nicht", schreibt eine stern-Leserin aus Berlin Bei ihrer Arbeitsstelle in Berlin-Mitte habe sie seit Monaten keinen Internetempfang. "Man muss bedenken, dass ich mitten in Berlin arbeite und nicht in der Uckermark. Es ist wirklich völlig unbefriedigend." Von den Kollegen, die nicht bei O2 sind, habe niemand diese Probleme. 

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kg