Opel Bundesregierung strebt Treuhandlösung an


Jetzt ist es offiziell: Falls die Opel-Mutter GM in die Insolvenz muss, soll Opel durch ein vorübergehendes Treuhandmodell gerettet werden. Allerdings stellt die Bundesregierung eine Bedingung für ihre Hilfe.

Die Bundesregierung strebt ein vorübergehendes Treuhandmodell für den angeschlagenen Autobauer Opel an. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach einem Spitzentreffen der Bundesregierung am Donnerstag in Berlin. Damit solle Zeit für weitere Verhandlungen mit mögliche Investoren gewonnen werden.

Voraussetzung für ein solches Treuhandmodell sei allerdings, dass hierfür ein tragfähiges Konzept eines der potenziellen Investoren vorliege. Laut Guttenberg wollen der italienische Autobauer Fiat und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna ihre Pläne bis zum 20. Mai vorlegen.

Sollte bei den Rettungsbemühungen ein Treuhänder zum Zuge kommen, wird Opel voraussichtlich jedoch einen Milliardenbetrag von staatlicher Seite benötigen. "Wenn es zu der Treuhand-Lösung kommt, die das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen hat, dann wäre dies mit einer Kreditlinie verbunden. Die Summe müsste oberhalb von einer Milliarde Euro liegen", sagte der Europachef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Am Donnerstagmorgen hatte die "Financial Times Deutschland" bereits berichtet, dass Bund und Länder den angeschlagenen Autobauer zumindest vorübergehend über ihre staatlichen Banken finanzieren wollen. Im Gespräch sei ein Engagement der KfW und der Landesbanken der Länder, in denen Opel Standorte hat, hieß es demnach aus Regierungskreisen. Im Rahmen der geplanten Treuhand-Lösung für Opel würden die Banken dem Autobauer Kredite zur Verfügung stellen, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten.

An dem Spitzentreffen in Berlin, das aus der zunehmenden Sorge um Tausende Arbeitsplätze bei Opel und dem als Aufkäufer geltenden Fiat-Konzern einberufen wurde, nahmen neben Wirtschaftsminister zu Guttenberg auch Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU), Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier, Finanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsminister Olaf Scholz (alle SPD) teil. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hatte am Mittwoch nach einem Treffen deutscher und italienischer Arbeitnehmervertreter erklärt, beide Seiten befürchteten, dass der italienische Autobauer Fiat ein Sanierungskonzept mit dem Abbau von europaweit bis zu 18.000 Arbeitsplätzen durchsetzen könne.

Gewaltiger Zeitdruck

Die Regierung steht unter Zeitdruck, weil ab Ende Mai mit einer Insolvenz von GM gerechnet werden muss. Da private Geldhäuser offenbar abgewinkt haben, sollen nun öffentliche Banken die Zwischenfinanzierung von GM Europe sicherstellen, wie die "FTD" schreibt. Als Treuhänder komme nach Angaben aus der Regierung entweder eine Beratungsgesellschaft wie PwC oder die KfW selbst infrage.

Außer Fiat buhlt der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna gemeinsam mit dem russischen Autobauer GAZ und der russischen, staatlich kontrollierten Sberbank um Opel.

DPA/AP AP DPA

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