Personalausgliederung Warnstreiks bei der Telekom


Ratsuchende bei Service-Hotlines der Telekom sollten sich in Geduld üben: Wegen der geplanten Ausgliederung von 50.000 Mitarbeitern hat die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. Bundesweit 8000 Beschäftigte dürften ihre Arbeit niederlegen.

Parallel zur dritten Verhandlungsrunde mit der Deutschen Telekom im nordrhein-westfälischen Königswinter weitet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks aus. Bundesweit werden am Donnerstag rund 8000 Telekom-Beschäftigte in den Ausstand treten, wie die Gewerkschaft ankündigte. Bereits am Mittwoch hatten etwa 1000 Mitarbeiter in Berlin und Niedersachsen die Arbeit niedergelegt. Am Donnerstag sind Ausstände in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Bremen, Niedersachsen, Bayern und im Saarland geplant.

Länger arbeiten für weniger Geld

Bei den Verhandlungen geht es um die geplante Ausgliederung von 50.000 Stellen. Der Konzern will seine Mitarbeiter in drei Tochtergesellschaften auslagern und dort zu schlechteren Bedingungen beschäftigen. Die ersten beiden Verhandlungsrunden waren ohne Einigung vertagt worden. Die dritte Runde soll am Donnerstagvormittag beginnen.

Für die von den Ausgliederungsplänen betroffenen Beschäftigten der Festnetzsparte T-Com und der Mobilfunktochter T-Mobile ist eine Anhebung der Wochenarbeitszeit von 34,5 auf 38,0 Stunden bei geringerer Bezahlung vorgesehen. Die Telekom will als Gegenleistung den Ende 2008 auslaufenden Kündigungsverzicht verlängern.

Bei Einverständnis winkt Kündigungsschutz

Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin", aus Sicht der Gewerkschaft sei die von der Telekom angestrebte Kostensenkung nicht mit dem Ziel des Konzerns zu vereinbaren, den Service zu verbessern und wieder mehr Kunden zu gewinnen. Die von der Telekom angebotene Beschäftigungsgarantie und die Verlängerung des Kündigungsschutzes sei "eine gute Sache", Verdi werde dem aber "nicht um jeden Preis" zustimmen.

Schröder wies den Vorwurf zurück, die Gewerkschaft würde mit Wettbewerbern der Telekom Tarifverträge zu schlechteren Bedingungen abschließen. Dabei würden die niedrigsten mit den höchsten Einkommen verglichen, zudem würden bei den Wettbewerbern andere Branchenbedingungen gelten. Bei dem aktuellen Streit gehe es um einen Unterbietungswettbewerb, sagte Schröder. Vorrangiges Ziel von Verdi sei es, die vorhandenen Beschäftigten zu schützen.

DPA/DDP DPA

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