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Pläne für London: Flughafen Heathrow soll zum Wohngebiet werden

Londons Bürgermeister will Europas größten Flughafen an den Stadtrand verlegen. Während auf Heathrow Wohnungen entstehen sollen, schwebt Boris Johnson für den neuen Airport eine künstliche Insel vor.

Radikale Ideen für die Umgestaltung der britischen Hauptstadt und den Flughafen Heathrow: Londons Bürgermeister Boris Johnson will den Airport, bislang Weltrekordhalter im internationalen Flugverkehr, an den Stadtrand verlegen, schreibt der "Guardian". Stattdessen sollen auf dem Gelände von Heathrow Wohnungen gebaut werden, dies sei "eine fantastische Gelegenheit", da London an einem "katastrophalen Mangel an Wohnraum" leide, sagte Johnson am Montag auf einer Pressekonferenz. Ein neuer Flughafen mit vier Startbahnen helfe der Hauptstadt zudem, im internationalen Luftverkehr auch künftig eine entscheidende Rolle zu spielen.

Die Londoner Flughäfen geraten mehr und mehr an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Der Bau einer dritten Start- und Landebahn in Heathrow wird jedoch von den Anwohnern abgelehnt. Auch Johnson sagte, eine weitere Startbahn sei "total verrückt".

Insgesamt präsentierte Johnsen detaillierte Vorschläge für drei mögliche neue Standorte für Heathrow: die Halbinsel Isle of Grain in der Themse-Mündung, eine künstliche Insel oder der im Norden gelegene Flughafen Stansted, der ausgebaut werden könnte. Insgesamt bezifferte er die Kosten für die Verlegung Heathrows auf 50 Milliarden Pfund.

Wohnraum für 250.000 Menschen

Das Gebiet des Flughafens Heathrow könnte preiswerten Wohnraum für 250.000 Menschen bieten, so Johnson. Daniel Moylan, Johnsons Chefberater im Luftverkehr, sagte, die Umwandlung Heathrows zum Wohngebiet könnte innerhalb von 20 Jahren vollzogen werden.

Kritiker befürchten, dass Johnsons Pläne 114.000 Menschen ihre Jobs kosten könnte und den Steuerzahler weitaus mehr belasten würde, als wenn die U-Bahn-Verbindung zum jetzigen Heathrow-Airport verbessert und ausgebaut werden würde.

Das Management des Flughafens Heathrow will am Mittwoch eigene Pläne für die Erweiterung mit einer dritten Start- und Landebahn vorlegen. Die Pläne könnten für die Anwohner massiven Fluglärm und den Abriss von Wohngebieten bedeuten.

kmi mit AFP