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Weltkriegs-Souvenirs: Teenager fliegen mit Granaten im Gepäck in die USA

Peinliche Panne in Heathrow: Zwei US-Schüler sind vom Londoner Flughafen aus mit Granaten aus dem Ersten Weltkrieg im Gepäck in die USA geflogen. Erst in Chicago fiel die brisante Fracht auf.

Das wird Ärger gegeben haben – zumindest für die Sicherheitsleute des Heathrow Flughafens in London: Wie britische und US-Medien berichten, gelang es zwei 16- und 17-jährigen Schülern aus Seattle gleich zwei Granaten aus dem Ersten Weltkrieg an den Kontrollen vorbei ins Flugzeug nach Chicago zu "schmuggeln“. Erst nach der Landung fielen dem dortigen Sicherheitspersonal die Blindgänger auf, die die Schüler laut eigenen Angaben während ihrer Europa-Klassenfahrt auf einem ehemaligen Schießfeld in der Nähe eines französischen Militärmuseums entdeckt hatten.

Kritik an Heathrower Sicherheitsabläufen

Die Verantwortlichen am O’Hare International Airport lösten umgehend Großalarm aus und sperrten den Gepäckbereich ab. Sprengstoff-Experten der Chicagoer Polizei und des Inlandsgeheimdienstes FBI eilten herbei, um sich die verrosteten Geschosse, die in den Koffern der Teenager transportiert worden waren, genauer zu untersuchen. Glücklicherweise stellte sich dabei schnell heraus, dass die Granaten zwar echt, jedoch nicht mehr scharf und entsprechend harmlos seien.

Die Kritik an den Heathrower Sicherheitsleuten ebbte trotz dieser Erkenntnis allerdings kaum ab, zumal auf Flügen in die USA jegliche Form von Munition – egal ob abschussbereit oder bereits entschärft – schon seit Jahren strengstens verboten ist. Ihre Scanner seien so hochentwickelt, dass sie in der Lage gewesen wären, die Granaten als ungefährlich zu erkennen, versuchte ein Sprecher des Lodoner Flughafens den Fauxpas herunterzuspielen. Die USA nahmen die Angelegenheit unterdessen nicht ganz so gelassen hin. "Diese Sicherheitslücke gibt Anlass zur Sorge. Diejenigen, die für die Sicherheitsabläufe verantwortlich sind, sollten zur Rede gestellt werden. Die Munition, auch wenn sie unscharf war, hätte abgenommen und zerstört werden müssen“, sagte ein Luftfahrt-Experte.

Die beiden Schüler wurden direkt nach dem Fund von der Polizei verhört. Weil sie darauf bestanden, die beiden Geschütze nur als Gedenken an ihre Europa-Reise mitgenommen zu haben, wurden sie aber schnell wieder freigelassen und durften nach Seattle weiterreisen – allerdings ohne die Granaten. Wie die Klassenkameraden diese von Frankreich nach England gebracht hatten, bleibt ein Rätsel.

mod