Postbank Deutsche Bank macht Einstieg perfekt


Die Deutsche Bank übernimmt für fast 2,8 Milliarden Euro einen Anteil von knapp 30 Prozent der Postbank. Dies teilten die beiden Kreditinstitute mit. Damit wird die größte deutsche Bank größter Einzelaktionär der Postbank.

Die Deutsche Bank wird größter Anteilseigner der Konkurrentin Postbank. Die größte deutsche Bank kauft der Deutschen Post 29,75 Prozent ihres Mehrheitsanteils an der Tochter Postbank ab, wie Deutsche Bank und Deutsche Post am Freitag mitteilten. Für das Paket zahlt die Deutsche Bank 2,79 Milliarden Euro in bar. Das entspricht einem Preis pro Aktie von 57,25 Euro. Zur Finanzierung plant die Deutsche Bank, eine Kapitalerhöhung von bis zu zwei Milliarden Euro. Der Einstieg soll im ersten Quartal 2009 vollzogen werden und steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichts- und Kartellbehörden sowie der Bundesregierung.

Die Bundesregierung hat unterdessen bereits ihr Einverständnis signalisiert. "Wir werden unsere Vetoposition nicht einlegen", sagte Steinbrück am Freitag in Nizza. Er halte den Einstieg für eine "gute Entwicklung" im Interesse der Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft. Steinbrück widersprach jedoch Vermutungen, der Bund habe direkten Einfluss genommen. Das entspreche "nicht den Realitäten".

Zusätzlich zu der Minderheitsbeteiligung erhält die Deutsche Bank von der Deutschen Post die Option, ein weiteres Aktienpaket in Höhe von 18 Prozent an der Postbank für 55 Euro je Aktie zu erwerben. Diese Option kann zwischen 12 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Erwerbs der Beteiligung von 29,75 Prozent ausgeübt werden. Zudem räumt die Deutsche Post der Deutschen Bank ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Aktien an der Postbank ein.

Die Post ihrerseits erhält eine Verkaufsoption wegen eines möglichen Kursverfalls im Zuge der Finanzkrise: Sie kann ihren verbleibenden Postbank-Anteil von 20,25 Prozent plus einer Aktie zum Preis von 42,80 Euro je Aktie an die Deutsche Bank veräußern. Diese Option kann sie zwischen 21 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Verkaufs der Minderheitsbeteiligung an die Deutsche Bank ausüben.

Weiterhin vereinbarten beide Unternehmen, in mehreren Bereichen zu kooperieren. Hierzu zählen der Vertrieb von Immobilienfinanzierungen und Investmentprodukten. Die Minderheitsbeteiligung der Deutschen Bank werde keine Auswirkungen auf Standorte, Arbeitsplätze und die Marke der Postbank haben, hieß es.

"Transaktion verschafft Stabilitiät"

"Diese Transaktion verschafft der Postbank Stabilität und hilft ihr dabei, ihre ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen", sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post World Net.

Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, sagte: "Die Deutsche Bank hat sich zu attraktiven Konditionen an einer der führenden Privatkundenbanken in Deutschland beteiligt. Dies ist eine gute Finanzinvestition, stärkt unser eigenes Privatkundengeschäft und schafft Wert für unsere Aktionäre. Gleichzeitig eröffnet uns die Option, die Beteiligung an der Postbank in der Zukunft aufzustocken, zusätzliche langfristige Wachstumsmöglichkeiten."

Mit deutlichen Verlusten reagierten die Aktien der beiden Geldinstitute. Postbank-Titel rutschten im Handelsverlauf um fast neun Prozent ans DAX-Ende. Die Aktien der Deutschen Bank verloren fast vier Prozent. Größter Gewinner ist nach Ansicht von Händlern die Deutsche Post AG. Ihre Aktien profitierten mit plus 2,54 Prozent bei einem nur leichten DAX-Anstieg.

DPA DPA

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