Prozess-Nachspiel Ex-Mannesmann-Chef will Schadensersatz


Nach seinem Freispruch im Mannesmann-Prozess fordert Klaus Esser Schmerzensgeld und Schadensersatz in einer Gesamthöhe von 200.000 Euro. Er wirft der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Rufschädigung vor.

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch der Prozess um die Schadenersatzklage des ehemaligen Mannesmann-Chefs Klaus Esser begonnen. Nach seinem Freispruch im Mannesmann-Prozess fordert Esser Schmerzensgeld und Schadensersatz in einer Gesamthöhe von 200.000 Euro. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verhandelt in zweiter Instanz über eine entsprechende Klage des Managers gegen das Land Nordrhein-Westfalen. Esser wollte vor Prozessbeginn keine Stellungnahme abgeben und zunächst den Verlauf des Verhandlungstages abwarten, wie er am Mittwochvormittag sagte. Im Juli vergangenen Jahres war Esser zusammen mit Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und vier anderen Managern im wohl spektakulärsten deutschen Wirtschaftsprozess nach sechsmonatiger Verhandlung vom Vorwurf der Untreue beziehungsweise der Beihilfe dazu freigesprochen worden.

Staatsanwaltschaft soll Amtspflicht verletzt haben

Der ehemalige Mannesmann-Chef wirft der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Rufschädigung und Amtspflichtverletzung vor. Schon die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen ihn sei unrechtmäßig gewesen. Außerdem beschuldigt er die Staatsanwaltschaft, durch die Weitergabe von Informationen an die Presse ihre Amtspflichten verletzt zu haben.

In erster Instanz hatte das Landgericht Düsseldorf dem Manager ein Schmerzensgeld von 10.000 Euro zugesprochen, da die Staatsanwaltschaft mit unzulässigen Presseauskünften seine Persönlichkeitsrechte verletzt habe. In der Hauptsache hatte sie Essers Klage aber abgewiesen. Sowohl Esser als auch das Land Nordrhein-Westfalen hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt.

AP AP

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