HOME

Ratiopharm: Razzia bei Außendienstlern

Die Polizei hat am Montagmorgen die Wohnungen von mehr als 400 Ratiopharm-Außendienstmitarbeitern durchsucht. Dabei wurden Notebooks, Aktenordner und firmeninterne Dokumente beschlagnahmt. Hintergund der Aktion sind die Ermittlungen gegen den Pharmakonzern.

Von Markus Grill

Großrazzia bei Pharmamitarbeitern: Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Ulm haben am Montagmorgen nach Informationen von stern.de Polizeibeamte in ganz Deutschland die Privatwohnungen von mehr als 400 Ratiopharm-Außendienstmitarbeitern durchsucht. Der Ulmer Oberstaatsanwalt Wolfgang Zieher bestätigte die Razzia, wollte sich aber zu keinen Details äußern und verwies auf eine Pressemitteilung, die die Staatsanwaltschaft im Laufe des Montags veröffentlichen wolle.

Ermittlungen wegen Betrug und Untreue

Seit mehr als einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Ulm gegen den Pharmakonzern Rationpharm wegen Beihilfe zu Betrug und Untreue. Hintergrund sind Geschäftspraktiken des Generika-Unternehmens, dem vorgeworfen wird, mehrere hundert Ärzte mit systematischen Geldzahlungen für die Verordnung von Ratiopharm-Medikamenten entlohnt zu haben. Konkret sollen die Ärzte fünf Prozent des Herstellerabgabepreises pro Medikament als "Kick-Back"-Zahlung erhalten haben.

Bei der Durchsuchung der Privatwohnungen der Pharmareferenten in ganz Deutschland beschlagnahmten die Polizeibeamten Notebooks, Aktenordner, Protokolle und weitere firmeninterne Dokumente.

Bereits am 7. November hatte die Staatsanwaltschaft die Firmenzentrale und acht weitere Objekte, vor allem die Privatwohnungen von Ratiopharm-Managern, durchsuchen lassen. Oberstaatsanwalt Wolfgang Zieher kommentierte aktuelle Durchsuchungsaktion: "Die Ermittlungen gehen weiter, die Erkenntnisse werden mehr und mehr."