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Ringen um IWF-Spitze: Mexiko kämpft um Strauss-Kahns Posten

Nach dem Rücktritt des Franzosen Strauss-Kahn rütteln Schwellenländer an dem traditionellen Anspruch Europas auf den IWF-Chefposten. Jetzt hat Mexiko einen gewichtigen Kandidaten ins Rennen geschickt.

Wer wird Nachfolger von Dominique Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF)? Führende Schwellenländer drängen mit eigenen Kandidaten auf ein Ende der europäischen Vormacht. Am Sonntag hat Mexiko einen erfahrenen Bewerber nominiert: Das mexikanische Finanzministerium teilte mit, dass Zentralbank-Chef Agustin Carstens offiziell als Kandidat für die Position vorgeschlagen werde.

"Er hat alle Voraussetzungen"

Carstens habe die nötigen Fähigkeiten und Qualifikationen, um den Fonds führen zu können. Er war bereits drei Jahre stellvertretender IWF-Chef, bevor er 2006 Finanzminister wurde. Seit Januar 2010 leitet er die mexikanische Notenbank.

Mexikos Finanzminister Ernesto Cordero forderte den Internationalen Währungsfonds auf, die Entscheidung über die Strauss-Kahn-Nachfolge in einem offenen und transparenten Prozess zu behandeln. Carstens verfüge über alle Voraussetzungen, um den IWF anzuführen.

Entscheidung bis Ende Juni

Der IWF ringt seit dem Rücktritt von Strauss-Kahn, der in den USA unter anderem wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt ist, um eine Nachfolge für den Franzosen. Als aussichtsreichste Kandidatin gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde, Schwellenländer streben aber ebenfalls mehr Gewicht im Währungsfonds an. Bis zum 10. Juni können mögliche Kandidaten benannt werden. Bis spätestens Ende Juni soll dann über einen Nachfolger für Strauss-Kahn entschieden werden.

fw/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters