Schlussverkauf Schnäppchenjagd mit Wehmut


Nach dem publikumsstarken Samstag erwartet der Einzelhandel einen besonders erfolgreichen, letzten Sommerschlussverkauf mit Preissenkungen bis 70 Prozent. Dennoch reißt die Diskussion um die Abschaffung des Schlussverkaufs nicht ab.

Sonderangebote, Superschnäppchen und Preisnachlässe bis zu 70 Prozent erwarten die Verbraucher bei dem nun laufenden Sommerschlussverkauf. Doch in die Schlacht am Wühltisch mischt sich in diesem Jahr auch ein Hauch von Wehmut: Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, könnte es sich um den letzten SSV handeln, da die branchenweit einheitlichen Schlussverkäufe abgeschafft werden sollen.

Volle Lager werden abverkauft

Zu Beginn des diesjährigen SSV werden die Waren - auch wenn vieles bereits schon vor dem eigentlichen Beginn herabgesetzt wurde - noch einmal reduziert. Die Lager sind auf Grund der Kaufzurückhaltung der Kunden in den ersten sieben Monaten nach Angaben des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) gut gefüllt. Zwar ist wegen der hohen Temperaturen in den letzten Wochen vor allem hochsommerliche Ware gut verkauft worden. Dagegen tat sich Übergangsware zum Teil etwas schwerer, so dass es dort laut BTE besonders viele und günstige Sonderangebote geben wird. "Insgesamt können sich die Kunden auf breite Reduzierungen bis zu 70 Prozent freuen, darunter auch viele günstige Angebote bekannter Marken", erklärt der Verband.

Handel will Marke 'Schlussverkauf' schützen

Am Vorabend des SSV-Beginns bekräftigte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels seine Forderung, die Schlussverkäufe beizubehalten und künftig als Marke zu schützen. Der diesjährige Sommerschlussverkauf dürfe nicht der letzte in einer über 50-jährigen Erfolgsgeschichte sein, erklärte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.

Ab nun entscheiden Händler über Zeitpunkt

Die Bundesregierung plant mit einer Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), auch die Bestimmungen über Schlussverkäufe - Beginn am letzten Montag im Januar und Juli - wegfallen zu lassen. Künftig sollen die Händler selbst entscheiden, ob und wann sie die Preise im gesamten Sortiment reduzieren.

Gesamter Handel soll teilnehmen dürfen

Der HDE dagegen kämpft dafür, dass auch künftig mit der Bezeichnung Schlussverkauf zwei Mal im Jahr in gesetzlich festgelegten Zeiträumen jeweils am Ende der Sommer- und Wintersaison geworben werden darf. Doch im Gegensatz zur bisherigen Regelung soll der gesamte Handel teilnehmen können. Ohne eine gesetzliche Regelung würden freiwillige Absprachen verschiedener Handelsunternehmer über den Zeitraum ihres Ausverkaufs gegen das kartellrechtliche Verbot von Preisabsprachen verstoßen, warnt Pellengahr.

Viele Zusatzangebote locken

Der HDE-Sprecher geht davon aus, dass der diesjährige SSV ein Erfolg wird. Am Samstag seien nach ersten Beobachtungen viele Verbraucher in die Innenstädte gekommen, um bereits reduzierte Artikel zu kaufen oder bereits die Lage zu sondieren. "Wenn der Samstag gut war, wird auch der Schlussverkauf gut. Das lehrt die Erfahrung", sagte Pellengahr. "Die Diskussion um ein Ende der Schlussverkäufe hat natürlich das Interesse der Verbraucher noch einmal gesteigert." Außerdem böten viele Geschäfte mit Happy Hours und Aktionen zu früher Stunde noch eine Menge attraktiver Zusatzangebote.


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